BGH, Beschluss vom 01.09.2026, AZ VIII ZR 211/23
Ausgabe: 07/08 – 2026
a) Das Rechtsschutzbedürfnis für eine Klage, mit der – gestützt auf die Vorschrift des § 556g Abs. 3 BGB – die Erteilung von Auskunft über die für das Vorliegen eines Ausnahmetatbestands nach §§ 556e, 556f BGB maßgeblichen Tatsachen begehrt wird, kann nicht mit der Begründung verneint werden, der Vermieter sei – wegen eines Verstoßes gegen seine vor- vertragliche Auskunftspflicht (§ 556g Abs. 1a Satz 1 BGB) – nach Maßgabe des § 556g Abs. 1a Satz 2 bis 4 BGB daran gehindert, sich für die Zulässigkeit der vereinbarten Miethöhe auf einen solchen Ausnahmetatbestand zu berufen (Bestätigung von Senatsurteil vom 18. Mai 2022 – VIII ZR 9/22, WuM 2022, 468 Rn. 49; vgl. auch Senatsurteil vom 23. März 2022 – VIII ZR 133/20, NJW-RR 2022, 660 Rn. 15 ff.).
b) Der Gegenstandswert eines auf die Vorschriften der §§ 556d ff. BGB gestützten Anspruchs auf Abgabe einer Erklärung des Vermieters, dass die Miete künftig herabgesetzt
wird, ist nicht gemäß § 41 Abs. 5 GKG in der vom 1. Januar 2021 bis 31. Mai 2025 gelten- den Fassung analog mit dem einfachen Jahresbetrag, sondern gemäß § 48 Abs. 1 Satz 1 GKG, §§ 3, 9 ZPO mit dem dreieinhalbfachen Jahresbetrag, um den die vereinbarte Miete die höchstzulässige Miete überschreitet, zu bemessen (im Anschluss an Senatsurteil vom 18. Mai 2022 – VIII ZR 382/21, juris Rn. 54; vgl. auch Senatsurteile vom 29. November 2023 – VIII ZR 75/23, WuM 2024, 144 Rn. 6, 45; vom 27. November 2024 – VIII ZR 278/23, NJW-RR 2025, 269 Rn. 16, 18, 22).
Weitere Informationen: https://www.bundesgerichtshof.de/SharedDocs/Ent…