(Kiel) Das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat ent­schie­den, dass die IHK Lüne­burg-Wolfs­burg ihren ehe­ma­li­gen Haupt­ge­schäfts­füh­rer von sei­nem Amt abbe­ru­fen durf­te.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Nie­der­säch­si­schen Ober­ver­wal­tungs­ge­richts (OVG) vom 12.11.2009, Az.: 8 LC 58/08.


Die Voll­ver­samm­lung der IHK beschloss in ihrer Sit­zung vom 7. April 2008 mit gro­ßer Mehr­heit, den Klä­ger als Haupt­ge­schäfts­füh­rer abzu­be­ru­fen. Begrün­det wur­de dies mit dem Aus­maß der Zer­rüt­tung in der Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Prä­si­di­um und dem Klä­ger als Haupt­ge­schäfts­füh­rer. Die dage­gen gerich­te­te Kla­ge hat das Ver­wal­tungs­ge­richt Lüne­burg mit Urteil vom 23. Juli 2008 abge­wie­sen.


Das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt hat am 12.11.2009 die Beru­fung des Klä­gers gegen die­ses Urteil zurück­ge­wie­sen, beton Klar­mann.


Das OVG hat die Rechts­an­sicht des Ver­wal­tungs­ge­richts bestä­tigt, dass die Abbe­ru­fung des Haupt­ge­schäfts­füh­rers einer IHK mög­lich ist, wenn die gedeih­li­che Zusam­men­ar­beit zwi­schen dem Haupt­ge­schäfts­füh­rer und dem Prä­si­di­um nicht mehr gewähr­leis­tet ist. Zur Funk­ti­ons­fä­hig­keit einer IHK müs­sen bei­de Orga­ne ver­trau­ens­voll zusam­men­wir­ken. Ist das nicht mehr der Fall, so kommt es für die Recht­mä­ßig­keit der Abbe­ru­fung weder dar­auf an, ob dem Haupt­ge­schäfts­füh­rer Dienst­pflicht­ver­let­zun­gen vor­zu­wer­fen sind, noch dar­auf, wer im Ein­zel­nen für die Unstim­mig­kei­ten ver­ant­wort­lich ist. Aus­ge­schlos­sen ist sei­ne Abbe­ru­fung viel­mehr erst dann, wenn das Zer­würf­nis tra­gend und ein­sei­tig auf ein vor­werf­ba­res Ver­hal­ten des Prä­si­di­ums zurück­zu­füh­ren ist.


Gemes­sen an die­sen Maß­stä­ben erweist sich die Abbe­ru­fung des Klä­gers als recht­mä­ßig. Denn zwi­schen dem Klä­ger und dem Prä­si­di­um bestan­den nicht nur Mei­nungs­ver­schie­den­hei­ten in Fra­gen der Neu­ord­nung der betrieb­li­chen Alters­ver­sor­gung. Im Zuge der mona­te­lan­gen Aus­ein­an­der­set­zun­gen sind viel­mehr auch grund­le­gen­de Unter­schie­de über die Art und Wei­se der gegen­sei­ti­gen Zusam­men­ar­beit deut­lich gewor­den, die künf­tig ein ver­trau­ens­vol­les Zusam­men­wir­ken die­ser Orga­ne der IHK nicht mehr erwar­ten las­sen. Die­ses Zer­würf­nis ist nicht tra­gend und ein­sei­tig auf vor­werf­ba­re Hand­lun­gen des Prä­si­di­ums zurück­zu­füh­ren.


Da in die­sem bun­des­weit ers­ten ver­wal­tungs­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren zur Abbe­ru­fung des Haupt­ge­schäfts­füh­rers einer IHK grund­sätz­li­che Rechts­fra­gen auf­ge­wor­fen sind, hat der 8. Senat die Revi­si­on an das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt zuge­las­sen.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil und einen etwai­gen Fort­gang zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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