(Brühl) Seit dem 01.01.2009 gel­ten in Deutsch­land zahl­rei­che Ände­run­gen bei der sogen. Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung, die für jeden Kauf­mann gilt, der mit Ver­pa­ckun­gen befasst ist und zur Fol­ge hat, dass er im Zwei­fel Mit­glied in einem Kreis­lauf­wirt­schafts­sys­tem sein muss, wenn er kei­ne teu­ren Abmah­nun­gen in Kauf neh­men will.

Dabei ist vor allen Din­gen zu beach­ten, so der Düs­sel­dor­fer Rechts­an­walt Horst Leis LL. M. von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Brühl,  dass die bis­her nach § 6 Ver­pa­ckungs­Ver­ord­nung  oft vor­ge­nom­me­ne Auf­klä­rung des End­ab­neh­mers zur Rück­nah­me je nach For­mu­lie­rung falsch oder nach dem seit dem 30.12.2008 gel­ten­den neu­en Wett­be­werbs­recht eine Wer­bung mit recht­li­chen Selbst­ver­ständ­lich­kei­ten dar­stellt, die abge­mahnt wer­den kann. Betrof­fen von den neu­en Rege­lun­gen sei­en sowohl der Ver­trei­ber (Ver­käu­fer, Ver­sand­händ­ler etc.) als auch der Her­stel­ler (auch Impor­teur). Die­se haben nun nach der Ver­ord­nung zwin­gend Mit­glied in einem Recy­cling­sys­tem, wie dem Dua­len Sys­tem Deutsch­land, zu sein. Der übli­che Hin­weis auf Rück­nah­me­pflich­ten und ggf. die Rück­sen­de­mög­lich­keit ist damit seit dem 1.1.2009 falsch bzw. über­flüs­sig und kann zu Abmah­nun­gen füh­ren.


Fer­ner ergibt sich aus der Ver­ord­nung, so Leis, dass der Betrof­fe­ne über die Teil­nah­me an einem Kreis­lauf­wirt­schafts­sys­tem eine Voll­stän­dig­keits­er­klä­rung, geprüft von einem Wirt­schafts­prü­fer, Steu­er­be­ra­ter, ver­ei­dig­tem Buch­prü­fer oder Sach­ver­stän­di­gen, vor­hal­ten muss. Unter­halb der Men­gen­schwel­len u.a. 80.000 Kilo­gramm oder Papier, Pap­pe, Kar­ton ist die Erklä­rung nur auf Ver­lan­gen der Behör­de offen zu legen, im Übri­gen unauf­ge­for­dert der Behör­de bis zum 1. Mai des lau­fen­den Jah­res für das abge­lau­fe­ne Kalen­der­jahr mit­zu­tei­len. Die­se Pflicht zur Erstel­lung und ggf. Abga­be der Voll­stän­dig­keits­er­klä­rung besteht erst­ma­lig für den 1. Mai 2009.


Die­se Ände­run­gen betref­fen nicht nur das End­kun­den­ge­schäft son­dern auch die Ver­pa-ckungs­ver­ant­wort­lich­keit des Her­stel­lers bzw. Impor­teurs. Auch die schö­nen bun­ten Ver­kaufs­ver­pa­ckun­gen, so betont Leis,  sind von der Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung erfasst. Hin­zu kommt, dass der Anwen­dungs­be­reich, d.h. wer als End­kun­de im Sin­ne des Geset­zes gilt, erheb­lich erwei­tert wor­den ist. Nun­mehr sind auch Gast­stät­ten, Hotels, Kan­ti­nen, Ver­wal­tun­gen, Kaser­nen, Kran­ken­häu­ser, Bil­dungs­ein­rich­tun­gen, kari­ta­ti­ve Ein­rich­tun­gen, Frei­be­ruf­ler, Kinos, Opern und Muse­en, Feri­en­an­la­gen, Frei­zeit­parks, Sport­sta­di­en und Rast­stät­ten als End­kun­den anzu­se­hen. Die­se fal­len damit nicht mehr unter die Frei­stel­lung als Lie­fe­rung unter Kauf­leu­ten.


Leis emp­fiehlt daher den betrof­fe­nen Unter­neh­men, grund­sätz­lich die Mit­glied­schaft in einem Kreis­lauf­wirt­schafts­sys­tem zu regeln. Fer­ner hat — auf­grund der Ent­las­tungs­pflicht der Her­stel­ler und Impor­teu­ren gegen­über dem End­ver­trei­ber — auch der Her­stel­ler bzw. Impor­teur die admi­nis­tra­ti­ven Vorraus­set­zun­gen zu schaf­fen, dass eine Wei­ter­ga­be der Frei­stel­lung erfol­gen kann. Der End­ver­trei­ber hat einen gesetz­li­chen Anspruch auf die­se Frei­stel­lung. Ob jemand Her­stel­ler oder Ver­trei­ber im Sin­ne der Ver­pa­ckungs­ver­ord­nung ist und damit eine Frei­stel­lung bzw. ein Frei­stel­lungs­an­spruch nach oben oder unten gege­ben ist, kann nur im Ein­zel­fall geprüft wer­den, betont Leis.


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