(Kiel) In dem Miet­rechts­streit um den rau­chen­den Mie­ter Fried­helm A. ent­schied das Amts­ge­richt Düs­sel­dorf am 31.07.2013 zu Guns­ten der Ver­mie­te­rin. Die frist­lo­se Kün­di­gung wur­de bestä­tigt.

 

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Arbeits- und Erbrecht Micha­el Henn, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Amts­ge­richts (AG) Düs­sel­dorf vom 31. Juli 2013 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. 24 C 1355/13.


Ein Mie­ter dür­fe zwar grund­sätz­lich in sei­ner Woh­nung rau­chen. Dies sei von dem ver­trags­ge­mä­ßen Gebrauch einer Miet­woh­nung gedeckt. Der Ver­mie­ter eines Mehr­par­tei­en­hau­ses müs­se es jedoch nicht dul­den, wenn Ziga­ret­ten­rauch im Trep­pen­haus zu einer unzu­mut­ba­ren und uner­träg­li­chen Geruchs­be­läs­ti­gung füh­re. Der Schutz der kör­per­li­chen Unver­sehrt­heit der wei­te­ren Mie­ter sei inso­weit gegen­über der all­ge­mei­nen Hand­lungs­frei­heit des Beklag­ten vor­ran­gig. Das Gericht sah in dem Ver­hal­ten des Mie­ters einen wich­ti­gen Grund zur frist­lo­sen Kün­di­gung. Denn trotz Abmah­nun­gen habe er sei­ne Woh­nung nur unzu­rei­chend gelüf­tet, so dass der Ziga­ret­ten­rauch in das Trep­pen­haus zie­he und dort sowie im gesam­ten Haus zu einer unzu­mut­ba­ren und gesund­heits­ge­fähr­den­den Geruchs­be­läs­ti­gung füh­re.


Das Gericht führ­te kei­ne Beweis­auf­nah­me durch, weil es die Geruchs­be­läs­ti­gung im Trep­pen­haus als unstrei­tig ansah. Zwar hat­te der 74-jäh­ri­ge Rent­ner bzw. des­sen Anwäl­tin vor dem Ver­hand­lungs­ter­min noch vor­ge­tra­gen, dass eine Geruchs­be­läs­ti­gung nicht vor­lie­ge. Das Gericht wies die­sen Vor­trag jedoch als ver­spä­tet zurück. Nach zivil­pro­zes­sua­len Regeln gel­te damit der Tat­sa­chen­vor­trag der Klä­ge­rin als zuge­stan­den, und die Geruchs­be­läs­ti­gung sei nicht wei­ter zu über­prü­fen.


Die kla­gen­de Ver­mie­te­rin hat­te dem star­ken Rau­cher ins­be­son­de­re vor­ge­wor­fen, er habe sein Lüf­tungs­ver­hal­ten ver­än­dert. Zu Leb­zei­ten sei­ner Frau sei noch aus­rei­chend über die Fens­ter gelüf­tet wor­den. Nun­mehr hal­te der Wit­wer sei­ne Holz­rol­lä­den stän­dig geschlos­sen. Dies füh­re seit jeden­falls andert­halb Jah­ren dazu, dass Ziga­ret­ten­qualm aus der Woh­nung in das Trep­pen­haus zie­he. Mie­ter hät­ten sich über eine uner­träg­li­che Geruchs­be­läs­ti­gung beschwert und ihrer­seits mit der Kün­di­gung des Miet­ver­hält­nis­ses gedroht. Abmah­nun­gen sei­en ergeb­nis­los aus­ge­spro­chen wor­den.


Den Gegen­ar­gu­men­ten des Rent­ners folg­te das Gericht nicht. Uner­heb­lich sei, dass der Beklag­te bereits seit 40 Jah­ren in der Woh­nung lebe und dort schon immer geraucht habe. Denn die Kün­di­gung stüt­ze sich nicht auf das Rau­chen als Sol­ches, son­dern allein auf das geän­der­te Lüf­tungs­ver­hal­ten des Beklag­ten und die damit ein­her­ge­hen­de Geruchs­be­läs­ti­gung im Trep­pen­haus. Von einer jah­re­lan­gen Dul­dung kön­ne inso­weit kei­ne Rede sein. Das Urteil ist nicht rechts­kräf­tig.


Henn riet, das Urteil zu beach­ten und ver­wies bei Fra­gen u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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