(Kiel) Ein in einem Bun­ga­low auf selbst bewohn­tem Grund­stück ein­ge­rich­te­tes Büro ist in steu­er­li­cher Hin­sicht kein außer­häus­li­cher Arbeits­platz, des­sen Kos­ten in vol­lem Umfang von der Steu­er abge­setzt wer­den kön­nen.

Dies, so der Kie­ler Steu­er­be­ra­ter Jörg Pas­sau, Vize­prä­si­dent und geschäfts­füh­ren­des Vor­stands­mit­glied der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ist die Kon­se­quenz eines Urteils des Finanz­ge­richts Ber­lin-Bran­den­burg vom 25. Sep­tem­ber 2008, AZ.: 14 K 6286/04 B.


Steu­er­pflich­ti­ge, die ihrer Berufs­tä­tig­keit teil­wei­se in ihrem häus­li­chen Arbeits­zim­mer nach­ge­hen, kön­nen die Kos­ten dafür nur noch in beson­de­ren Aus­nah­me­fäl­len — und in der Ver­gan­gen­heit häu­fig ohne­hin nur betrags­mä­ßig begrenzt — steu­er­lich gel­tend machen.


Aus die­sem Grund, so Pas­sau,  hat sich die Recht­spre­chung mehr und mehr mit der Fra­ge zu beschäf­ti­gen, wann ein Büro als Teil der Woh­nung des Steu­er­pflich­ti­gen und damit als häus­li­ches Arbeits­zim­mer anzu­se­hen ist bzw. unter wel­chen Vor­aus­set­zun­gen ein außer­häus­li­cher Arbeits­platz — des­sen Kos­ten in vol­lem Umfang von der Steu­er abge­setzt wer­den kön­nen — gege­ben ist.


In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall nutz­te der Klä­ger, ein EDV-Dozent, einen klei­nen Bun­ga­low als Büro, der sich auf dem von ihm bewohn­ten Haus­grund­stück befand und den er von sei­ner Schwie­ger­mut­ter gemie­tet hat­te. Das Finanz­ge­richt sah den Bun­ga­low (nur) als häus­li­ches Arbeits­zim­mer an und begrün­de­te dies damit, dass „häus­lich” nicht unbe­dingt „im Haus bele­gen” hei­ßen müs­se, son­dern aus­rei­chend sei, dass das Arbeits­zim­mer sich „in der häus­li­chen Sphä­re” des Steu­er­pflich­ti­gen befin­de. Der Bun­ga­low, der sich nur weni­ge Meter neben dem Wohn­haus des Klä­gers befand, sei noch des­sen häus­li­cher Sphä­re zuzu­rech­nen, ent­schied das Finanz­ge­richt.


Es sah sich dabei im Ein­klang mit der Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes, des höchs­ten deut­schen Gerichts in Steu­er­sa­chen, der ein Arbeits­zim­mer in einem sepa­rat zugäng­li­chen Anbau des Wohn­hau­ses oder in einer neben der pri­vat genutz­ten Woh­nung bele­ge­nen wei­te­ren Woh­nung des Steu­er­pflich­ti­gen eben­falls als häus­li­che Arbeits­zim­mer ange­se­hen hat­te (Urtei­le vom 13. Novem­ber 2002 — VI R 164/00 und vom 26. Febru­ar 2003 — VI R 124/01).


Ein vol­ler Kos­ten­ab­zug wie bei einem außer­häus­li­chen Büro sei daher nicht gege­ben.


Pas­sau emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. steu­er­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Jörg Pas­sau
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