(Kiel) Wer als Apo­the­ker ver­schrei­bungs­pflich­ti­ge Medi­ka­men­te ohne Rezept abgibt, kann nach einem Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts Ber­lin sei­ne Apo­the­ken­be­triebs­er­laub­nis ver­lie­ren.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das am 10. Juni 2010 ver­öf­fent­lich­te Urteil des Ver­wal­tungs­ge­richts (VG) Ber­lin vom 19. Mai 2010 – VG 14 K 45.09.

Der Klä­ger, ein 64-jäh­ri­ger Apo­the­ker und bis­her Inha­ber einer Apo­the­ke in Ber­lin-Wil­mers­dorf, war im Janu­ar 2009 vom Land­ge­richt Ber­lin u.a. wegen uner­laub­ter Abga­be von Betäu­bungs­mit­teln an einen Dro­gen­ab­hän­gi­gen und von ver­schrei­bungs­pflich­ti­gen Arz­nei­mit­teln zu Doping­zwe­cken im Sport zu einer Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren ver­ur­teilt wor­den. Dar­auf­hin hat­te das Lan­des­amt für Gesund­heit und Sozia­les sei­ne Apo­the­ken­be­triebs­er­laub­nis wider­ru­fen.

Die 14. Kam­mer des Ver­wal­tungs­ge­richts hat die hier­ge­gen gerich­te­te Kla­ge abge­wie­sen und die behörd­li­che Ent­schei­dung bestä­tigt, so Klar­mann.

Die Erlaub­nis kön­ne bei Unzu­ver­läs­sig­keit des Apo­the­kers wider­ru­fen wer­den. Dies sei ins­be­son­de­re bei straf­recht­li­chen Ver­feh­lun­gen und bei gröb­li­cher oder beharr­li­cher Zuwi­der­hand­lung gegen das Apo­the­ken­ge­setz der Fall, was hier zu beja­hen gewe­sen sei. Die straf­recht­lich fest­ge­stell­te akti­ve Teil­nah­me am Ana­bo­li­ka­han­del offen­ba­re ein den Kern­be­reich apo­the­ken­recht­li­cher Ver­pflich­tun­gen be¬treffendes Maß an Ver­ant­wor­tungs­lo­sig­keit. Hier­durch sei das Ver­trau­en in sei­ne apo­the­ken­recht­li­che Zuver­läs­sig­keit grund­le­gend und nach­hal­tig erschüt­tert wor­den. Der Klä­ger habe sich bei der Über­las­sung ver­schrei­bungs­pflich­ti­ger Arz­nei­mit­tel nicht ein­mal ansatz­wei­se die Fra­ge gestellt, in wel­cher gesund­heit­li­chen Ver­fas­sung sich die mut­maß­li­chen End­ab­neh­mer befun­den und wel­chen kon­kre­ten Risi­ken sie sich jeweils aus­ge­setzt hät­ten. Das Ver­hal­ten des Klä­gers recht­fer­ti­ge den Rück­schluss auf sei­ne offen­ba­re Igno­ranz gegen­über den Ver­schrei­bungs­pflicht­re­geln und gegen­über den gesund­heit­li­chen Gefah­ren, denen mit der Anbin­dung an eine ärzt­li­che Ver­schrei­bung Rech­nung getra­gen wer­den sol­le. Gegen das Urteil ist der Antrag auf Zulas­sung der Beru­fung an das Ober­ver­wal­tungs­ge­richt Ber­lin-Bran­den­burg statt­haft.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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