(Kiel) Infol­ge aktu­el­ler neu­er Urtei­le des Land­ge­richts Mün­chen (22 O 1997/09) und OLG Stutt­gart (13 U 42/09) ist die Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) zur Offen­le­gung von Rück­ver­gü­tun­gen auch auf selb­stän­di­ge, ban­ken­un­ab­hän­gi­ge Bera­ter anzu­wen­den.

Wie bereits vom BGH zuvor mehr­fach ent­schie­den, so der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, haben Ban­ken, die Kun­den über Kapi­tal­an­la­gen berät und Fonds­an­tei­le oder Zer­ti­fi­ka­te o.ä. emp­feh­len, bei denen sie ver­deck­te Rück­ver­gü­tun­gen (Kick­backs) erhal­ten, die Kun­den über die­se Rück­ver­gü­tun­gen auf­klä­ren.


Ban­ken erhal­ten oft­mals für den Ver­trieb von Fonds­an­tei­len und ande­ren Wert­pa­pie­ren wie Zer­ti­fi­ka­ten eine Rück­ver­gü­tung, auch „Kick­back“ genannt. Die­se kann z.B. in einer ein­ma­li­gen Pro­vi­si­on, einer ein­ma­li­gen Erstat­tung eines Anteils an den Aus­ga­be­auf­schlä­gen oder auch einem – jähr­lich anfal­len­den – Pro­zent­satz von der Ver­wal­tungs­ge­bühr bestehen.


Die Auf­klä­rungs­pflicht besteht, so erläu­tert Exper­te Hün­lein, damit der Kun­de beur­tei­len kann, ob die Anla­ge­emp­feh­lung allein im Kun­den­in­ter­es­se erfolgt ist, oder (auch) im Inter­es­se der Bank, mög­lichst hohe Rück­ver­gü­tun­gen zu erhal­ten. Wenn aber eine Bank Anla­ge­emp­feh­lun­gen abgibt und dabei Ver­gü­tun­gen ver­dient, sind die Kun­den­in­ter­es­sen durch die von der Bank erhal­te­nen Ver­gü­tun­gen gefähr­det. Es besteht die kon­kre­te Gefahr, dass die Bank Anla­ge­emp­feh­lun­gen nicht allein im Kun­den­in­ter­es­se nach den Kri­te­ri­en anle­ger- und objekt­ge­rech­ter Bera­tung abgibt, son­dern zumin­dest auch in ihrem eige­nen Inter­es­se, mög­lichst hohe Boni­fi­ka­tio­nen zu erhal­ten.


Ban­ken­un­ab­hän­gi­ge Anla­ge­be­ra­ter erhal­ten eben­falls i.d.R. Ver­triebs­pro­vi­sio­nen. Die tra­gen­den Gesichts­punk­te der BGH-Recht­spre­chung tref­fen nach den neu­en Urtei­len auch auf Anla­ge­be­ra­ter zu. Im Gegen­satz zu einer Ent­schei­dung des OLG Cel­le gibt es danach kei­nen Grund, freie Anla­ge­be­ra­ter gegen­über Ban­ken zu pri­vi­le­gie­ren.


Die­se Haf­tung kann für vie­le Anla­ge­be­ra­ter noch weit­rei­chen­de Fol­gen haben, ist doch die ver­schwie­ge­ne Rück­ver­gü­tung einer der aus­sichts­reichs­ten Ansatz­punk­te für Anle­ger, die an eine Scha­dens­er­satz­kla­ge den­ken. Sie hat auch quan­ti­ta­tiv enor­me Wir­kun­gen, weil der Markt für Anla­ge­be­ra­tun­gen außer­halb von Ban­ken gigan­tisch war und ist und in vie­len Fäl­len über Ver­triebs­pro­vi­sio­nen gar nicht oder nicht kor­rekt unter­rich­tet wur­de.


Auch wenn die bei­den genann­ten Urtei­le noch nicht rechts­kräf­tig sind, ist doch davon aus­zu­ge­hen, dass der BGH die­se Ent­schei­dun­gen letzt­lich bestä­ti­gen wird. Inso­weit dürf­ten Anle­ger grund­sätz­lich wegen ver­schwie­ge­ner Pro­vi­si­ons­zah­lun­gen gute Chan­cen auf Scha­den­er­satz haben und soll­ten prü­fen, ent­spre­chen­de Schrit­te ein­zu­lei­ten. Zumin­dest bei grö­ße­ren Ver­lus­ten soll­ten Betrof­fe­ne es nicht ver­säu­men, sich von einem Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht bera­ten zu las­sen.


Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, in ähn­li­chen Fäl­len. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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