(Kiel) Wer in einem Super­markt über einen Roll­con­tai­ner stürzt, kann dafür in der Regel nicht den Super­markt­be­trei­ber ver­ant­wort­lich machen. Ist der Roll­con­tai­ner gut sicht­bar und hat der Kun­de aus­rei­chend Platz um an ihm vor­bei­zu­ge­hen, trägt er die Fol­gen eines Stur­zes allei­ne.

Dies, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, zeigt ein am 05.02.2010 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Land­ge­richts Coburg vom 23.06.2009, Az. 11 O 748/08, mit dem die Scha­dens­er­satz- und Schmer­zens­geld­kla­ge einer Kun­din gegen einen Super­markt­be­trei­ber abge­wie­sen wur­de. Der Super­markt­be­trei­ber haf­tet nicht für die Gefah­ren, die von einem gut sicht­ba­ren Roll­con­tai­ner, der zum Auf­fül­len der Waren­re­ga­le benö­tigt wird, aus­ge­hen.


Der Super­markt­be­trei­ber haf­te nicht für die Gefah­ren, die von einem gut sicht­ba­ren Roll­con­tai­ner, der zum Auf­fül­len der Waren­re­ga­le benö­tigt wird, aus­ge­hen. Das Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg hat das Urteil mit Hin­weis­ver­fü­gung vom 12.12.2009, Az. 6 U 44/09, bestä­tigt, so betont Klar­mann. Es ist rechts­kräf­tig.


In dem Fall hat­te die Klä­ge­rin behaup­tet, sie sei im Super­markt der Beklag­ten an einem Roll­git­ter­wa­gen mit dem Fuß an einer quer­ste­hen­den Rol­le hän­gen­ge­blie­ben und dadurch gestürzt. Die Klä­ge­rin mein­te, das Per­so­nal hät­te Sor­ge dafür tra­gen müs­sen, dass das Rad an dem Roll­git­ter­wa­gen nach dem Abstel­len des Wagens gera­de­ge­stellt wird. Die Kun­din zog sich einen Ober­schen­kel­hals­bruch zu und for­der­te des­halb 12.000 Euro vom Super­markt­be­trei­ber.


Das Land­ge­richt Coburg wies die Kla­ge ab, da es kei­ne Pflicht­ver­let­zung des Super­markt­be­trei­bers erken­nen konn­te, so Klar­mann.


Das Gericht stell­te fest, dass die Rol­len des Git­ter­wa­gens immer aus den Umris­sen des Wagens her­aus­ra­gen und daher stets ein gewis­ses Risi­ko ber­gen, dass man bei zu nahem Vor­bei­ge­hen dar­an hän­gen bleibt. Auch war nach den Fest­stel­lun­gen des Land­ge­richts der Gang trotz des abge­stell­ten Roll­con­tai­ners aus­rei­chend breit, so dass die Kun­din in eini­gem Abstand hät­te vor­bei­ge­hen kön­nen. Nach Auf­fas­sung des Gerichts war die Gefahr für jeder­mann unüber­seh­bar. Es kön­ne nicht erwar­tet wer­den, dass die Betrei­ber von Ein­kaufs­märk­ten ihre Kun­den vor sämt­li­chen poten­ti­el­len Gefah­ren­quel­len schüt­zen. Das Ober­lan­des­ge­richt Bam­berg bestä­tig­te die­ses Urteil und stell­te auf­grund von Licht­bil­dern fest, dass die Kun­din aus­ge­spro­chen eng am Hin­der­nis vor­bei­ge­gan­gen sein muss. Auch wäre es der Kun­din pro­blem­los mög­lich gewe­sen, durch die Wahl eines ande­ren Durch­gan­ges das Pas­sie­ren der Eng­stel­le zu ver­mei­den. Ver­ur­sacht wur­de der Sturz der Klä­ge­rin allei­ne durch ihre eige­ne Unauf­merk­sam­keit.
Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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