(Kiel) Das Nie­der­säch­si­sche Ober­ver­wal­tungs­ge­richt (OVG) hat ent­schie­den, dass Dok­to­ran­den, die gegen Ent­gelt einen gewerb­li­chen Pro­mo­ti­ons­be­ra­ter in Anspruch genom­men haben, von der Mög­lich­keit zur Pro­mo­ti­on aus­ge­schlos­sen wer­den dür­fen, wenn dies in der Pro­mo­ti­ons­ord­nung so gere­gelt ist.

Damit, so der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Arbeits- und Erbrecht Micha­el Henn, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat der OVG-Senat in einem am 03.02.2010 bekannt­ge­ge­be­nen Urteil vom 02.12.2009, Az.: 2 KN 906/06, eine ent­spre­chen­de Aus­schluss­re­ge­lung in der Pro­mo­ti­ons­ord­nung der Gott­fried Wil­helm Leib­niz Uni­ver­si­tät Han­no­ver im Nor­men­kon­troll­ver­fah­ren für recht­mä­ßig erach­tet.
Die Antrag­stel­ler des Nor­men­kon­troll­an­tra­ges sind Rechts­an­wäl­te und seit Jah­ren berufs­tä­tig. Sie stre­ben an der Uni­ver­si­tät Han­no­ver die Erlan­gung eines Dok­tor­grads (Pro­mo­ti­on) an. Der Kon­takt zu dem frü­he­ren “Dok­tor­va­ter”, einem inzwi­schen aus den Diens­ten der Uni­ver­si­tät Han­no­ver aus­ge­schie­de­nen Pro­fes­sor, ist ihnen in den Jah­ren 2000 und 2002 durch einen gewerb­li­chen Pro­mo­ti­ons­be­ra­ter gegen Zah­lung von rund 40.000 DM/20.000 EUR ver­mit­telt wor­den.


Die Uni­ver­si­tät Han­no­ver hat ihre Pro­mo­ti­ons­ord­nung im Jahr 2004 dahin­ge­hend geän­dert, dass die Inan­spruch­nah­me eines gewerb­li­chen Pro­mo­ti­ons­be­ra­ters gegen Ent­gelt die Zulas­sung zum Pro­mo­ti­ons­ver­fah­ren aus­schließt.


Der Nor­men­kon­troll­an­trag der Antrag­stel­ler ist erfolg­los geblie­ben, betont Henn.


Der Senat hat zur Begrün­dung sei­ner Ent­schei­dung aus­ge­führt, dass die Rege­lung vom Nie­der­säch­si­schen Hoch­schul­ge­setz gedeckt ist und nicht gegen das Grund­ge­setz ver­stößt. Unab­hän­gig von der Fra­ge, ob sich die Antrag­stel­ler in die­sem Zusam­men­hang auf ein aus der Wis­sen­schafts­frei­heit des Art. 5 Abs. Abs. 3 Satz 1 des Grund­ge­set­zes — GG — fol­gen­des Grund­recht und auf die Berufs­frei­heit (Art. 12 Abs. 1 GG) beru­fen kön­nen, beruht die Rege­lung in der Pro­mo­ti­ons­ord­nung auf ver­nünf­ti­gen Erwä­gun­gen des Gemein­wohls und ist daher mit Blick auf die­se Ver­fas­sungs­be­stim­mun­gen nicht zu bean­stan­den. Auch das Über­maß­ver­bot ist nicht ver­letzt. Eine der­ar­ti­ge Ver­trags­ge­stal­tung zwi­schen Dok­to­rand und Pro­mo­ti­ons­be­ra­ter ist dem Ver­dacht der Unred­lich­keit aus­ge­setzt, denn es besteht ersicht­lich ein kras­ses und auf­fäl­li­ges Miss­ver­hält­nis von Leis­tung und Gegen­leis­tung. Die blo­ße Ver­mitt­lung von Dok­tor­va­ter und Dis­ser­ta­ti­ons­the­ma sowie etwai­ge wei­te­re logis­ti­sche und bera­ten­de Hil­fe­leis­tun­gen recht­fer­ti­gen einen der­art hohen Betrag nicht. Erkenn­ba­res Ziel der ange­grif­fe­nen Rege­lung ist es daher, die Qua­li­tät der Pro­mo­tio­nen sicher­zu­stel­len und jedem Anschein von Käuf­lich­keit und unlau­te­rer Metho­den von vorn­her­ein zu begeg­nen.


Die Uni­ver­si­tät Han­no­ver muss­te auch nicht zuguns­ten der Antrag­stel­ler eine Über­gangs­re­ge­lung erlas­sen. Zum einen hat näm­lich das eigent­li­che Pro­mo­ti­ons­ver­fah­ren noch gar nicht begon­nen, so dass die neue Rege­lung nicht in eine geschütz­te Rechts­po­si­ti­on der Antrag­stel­ler ein­greift. Zum ande­ren konn­ten die Antrag­stel­ler nicht dar­auf ver­trau­en, dass die Uni­ver­si­tät die Rege­lun­gen der Pro­mo­ti­ons­ord­nung nicht wie gesche­hen ver­schärft. Dass die gewerb­li­chen Pro­mo­ti­ons­ver­mitt­ler in einer recht­li­chen Grau­zo­ne agie­ren, ist seit lan­gem bekannt.


Henn riet, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de



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