(Kiel) Die Kos­ten eines Miet­fahr­zeugs muss die geg­ne­ri­sche Haft­pflicht­ver­si­che­rung nur in Höhe des orts­üb­li­chen Nor­mal­ta­rifs erstat­ten. Wer teu­rer anmie­tet, läuft Gefahr, einen Teil der Kos­ten selbst tra­gen zu müs­sen. Der Auto­ver­mie­ter ist aller­dings ver­pflich­tet, den Kun­den unmiss­ver­ständ­lich dar­auf hin­zu­wei­sen, wenn sein Tarif deut­lich über die­sem Satz liegt. Ver­säumt er das, bleibt er (und nicht der Kun­de) auf der Dif­fe­renz sit­zen.

Das, so der  Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel zeigt eine jetzt ver­öf­fent­lich­te Ent­schei­dung des Land­ge­richts Coburg,  Az.: 14 O 492/08, mit der der Anspruch eines Auto­ver­mie­ters auf den Nor­mal­ta­rif gekürzt wur­de. Er hat­te den Mie­ter nicht über die Gefahr auf­ge­klärt, dass die Haft­pflicht­ver­si­che­rung des Unfall­geg­ners wegen der Höhe der ver­ein­bar­ten Miet­wa­gen­kos­ten mög­li­cher­wei­se nicht den kom­plet­ten Betrag über­neh­men wür­de. Der Kun­de muss­te ihm daher nur den Nor­mal­ta­rif bezah­len.
Der beklag­te Unfall­ge­schä­dig­te hat­te bei der Klä­ge­rin für rund einen Monat einen Klein-Lkw ange­mie­tet, um die Repa­ra­tur­zeit sei­nes beschä­dig­ten Fahr­zeugs zu über­brü­cken. Ent­spre­chend dem ver­ein­bar­ten Miet­ta­rif ver­lang­te die Klä­ge­rin hier­für rund 5.400 €. Die Haft­pflicht­ver­si­che­rung des Unfall­geg­ners erstat­te­te aber nur rund 3.800 € als orts­üb­li­che Miet­wa­gen­kos­ten. Der Beklag­te wei­ger­te sich, den Rest aus eige­ner Tasche an den Ver­mie­ter bezah­len zu müs­sen


Mit Erfolg, denn das Land­ge­richt Coburg wies die Kla­ge in Höhe des Dif­fe­renz­be­trags ab, betont Klar­mann.


Bie­tet ein Miet­wa­gen­un­ter­neh­men einem Unfall­ge­schä­dig­ten einen Tarif an, der deut­lich über dem Nor­mal­ta­rif auf dem ört­lich rele­van­ten Markt liegt, muss er ihn deut­lich und unmiss­ver­ständ­lich dar­auf hin­wei­sen, dass die geg­ne­ri­sche Haft­pflicht­ver­si­che­rung den ange­bo­te­nen Tarif mög­li­cher­wei­se nicht in vol­lem Umfang erstat­tet. Kommt er die­ser Pflicht nicht nach, hat sein Kun­de einen Scha­dens­er­satz­an­spruch, den er der Miet­zins­for­de­rung ent­ge­gen­hal­ten kann. So lag der Fall hier: Der ange­bo­te­nen Tarif lag 41,5% über dem Orts­üb­li­chen, wor­auf die Klä­ge­rin nicht hin­ge­wie­sen hat­te.


Unab­hän­gig von die­ser Hin­weis­pflicht, so Klar­mann, sind nach dem Fazit der Mit­tei­lung des LC Coburg dem Ver­brau­cher aber auch Nach­fra­gen und Preis­ver­gleich gera­de beim Anmie­ten von Unfal­l­ersatz-Fahr­zeu­gen anzu­ra­ten.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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