(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) hat am 27.10.2009 ent­schie­den, dass auch die Spar­kas­sen dür­fen ihre Dar­lehns­for­de­run­gen an Drit­te abtre­ten dür­fen.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des BGH vom 27.10.2009, Az.: XI ZR 225/08.


In dem zugrun­de lie­gen­den Fall begehrt der Klä­ger gegen­über der von ihm in Anspruch genom­me­nen Spar­kas­se die Fest­stel­lung, dass ein zwi­schen ihnen in den 90er Jah­ren des ver­gan­ge­nen Jahr­hun­derts zustan­de gekom­me­nes Dar­le­hens­ver­hält­nis unge­ach­tet einer Abtre­tungs­er­klä­rung der Spar­kas­se fort­be­stehe und die­se auch wei­ter­hin Inha­be­rin der zur Absi­che­rung der Dar­le­hens­rück­zah­lungs­for­de­run­gen ein­ge­tra­ge­nen Grund­schul­den sei. Der Klä­ger ist der Auf­fas­sung, die Abtre­tung sei wegen Ver­sto­ßes gegen das Bank­ge­heim­nis und gegen § 203 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 StGB (Ver­let­zung von Pri­vat­ge­heim­nis­sen durch Amts­trä­ger) unwirk­sam. Die Vor­in­stan­zen haben die Kla­ge abge­wie­sen.


Der XI. Zivil­se­nat des BGH hat die Revi­si­on des Klä­gers zurück­ge­wie­sen, betont Kroll.


Die Beklag­te war zur Abtre­tung der Dar­le­hens­for­de­rung befugt, weil der Abtre­tung weder das Bank­ge­heim­nis noch die genann­te Straf­vor­schrift ent­ge­gen­ste­hen. In Bezug auf einen Ver­stoß gegen das Bank­ge­heim­nis hat der Senat sei­ne Grund­satz­ent­schei­dung vom 27. Febru­ar 2007 (BGHZ 171, 180) bestä­tigt, dass die Wirk­sam­keit der For­de­rungs­ab­tre­tung durch einen mög­li­chen Ver­stoß gegen die Ver­schwie­gen­heits­pflicht des Kre­dit­in­sti­tuts — wie auch gegen daten­schutz­recht­li­che Bestim­mun­gen — nicht berührt wird.


In Ergän­zung zu die­ser Ent­schei­dung hat der Senat nun­mehr ent­schie­den, dass eine For­de­rungs­ab­tre­tung durch eine als Anstalt des öffent­li­chen Rechts orga­ni­sier­te Spar­kas­se auch kei­ne — unter Stra­fe gestell­te — Ver­let­zung eines Pri­vat­ge­heim­nis­ses im Sin­ne des § 203 StGB dar­stellt. Dabei hat der Senat offen­ge­las­sen, ob die Mit­ar­bei­ter einer öffent­lich-recht­lich orga­ni­sier­ten Spar­kas­se trotz des Weg­falls der Gewährs­trä­ger­haf­tung und der zuneh­mend erwerbs­wirt­schaft­li­chen Tätig­keit der Spar­kas­sen über­haupt noch als Amts­trä­ger im Sin­ne des § 203 Abs. 2 Satz 1 Nr. 1 StGB anzu­se­hen sind oder ob inso­weit eine funk­ti­ons­be­zo­ge­ne Unter­schei­dung vor­zu­neh­men ist. Viel­mehr ist das Bank­ge­heim­nis gene­rell kein von § 203 StGB geschütz­tes “Geheim­nis”. Da das von pri­va­ten Kre­dit­in­sti­tu­ten und Genos­sen­schafts­ban­ken zu wah­ren­de Bank­ge­heim­nis nicht in den Schutz­be­reich des § 203 StGB fällt, muss die­se gesetz­ge­be­ri­sche Grund­ent­schei­dung man­gels erkenn­ba­rer Sach­grün­de für eine Dif­fe­ren­zie­rung und zur Ver­mei­dung eines Wer­tungs­wi­der­spruchs auch für öffent­lich-recht­lich orga­ni­sier­te Spar­kas­sen gel­ten.


Kroll mahn­te, das Urteil zu beach­ten und in Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:


Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law
Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V.
c/o. Dr. Nietsch & Kroll Rechts­an­wäl­te
Spal­dings­tr. 110 B (Han­se-Haus)
20097 Ham­burg
Tel.:  +4940–238569 — 0
Fax: +4940–238569 — 10
Mail: kroll@nkr-hamburg.de
Inter­net: www.nkr-hamburg.de