(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) hat­te sich am 28.05.2009 mit der Fra­ge zu befas­sen, ob die münd­li­che Zusa­ge einer Meis­ter­schafts­prä­mie eines Vor­sit­zen­den eines Sport­clubs rechts­wirk­sam ist.

Dar­auf ver­weist der Pots­da­mer Steu­er­fach­walt und Fach­an­walt für Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Andre­as Klo­se, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter Bran­den­burg der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des BGH vom 28.05.2009, Az.: Xa ZR 9/08.


In dem Fall war der Klä­ger Trai­ner der Rin­ger­mann­schaft eines Sport­clubs; der Beklag­te ist Vor­sit­zen­der des Auf­sichts­rats des Sport­clubs. Der Klä­ger behaup­tet, der Beklag­te habe ihm für den Fall, dass sei­ne Mann­schaft in der kom­men­den Sai­son den Titel eines Deut­schen Meis­ters errin­ge, münd­lich die Zah­lung eines Betrags von 5.000 € ver­spro­chen. Die Mann­schaft gewann den Titel. Der Klä­ger hat den Beklag­ten auf Zah­lung die­ser 5.000 € nebst Zin­sen in Anspruch genom­men. Das Amts­ge­richt hat nach Beweis­auf­nah­me der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Das Land­ge­richt hat sie auf die Beru­fung des Beklag­ten mit der Begrün­dung abge­wie­sen, bei der vom Klä­ger behaup­te­ten Ver­ein­ba­rung han­de­le es sich um einen Schen­kungs­ver­trag, der man­gels nota­ri­el­ler Beur­kun­dung des Schen­kungs­ver­spre­chens unwirk­sam sei.


Auf die Revi­si­on des Klä­gers hat der für das Recht der Schen­kung zustän­di­ge Xa-Zivil­se­nat des BGH  die Sache nun an das Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen, betont Klo­se.


Nach dem im Revi­si­ons­ver­fah­ren zugrun­de­zu­le­gen­den, vom Amts­ge­richt fest­ge­stell­ten Sach­ver­halt war die Zuwen­dung nicht im Sinn der Vor­schrif­ten über die Schen­kung unent­gelt­lich, weil sie als Beloh­nung für beson­de­re Bemü­hun­gen des Trai­ners erfolgt ist, die in dem Gewinn der Meis­ter­schaft sicht­bar wur­den. Mit dem Ver­spre­chen der “Meis­ter­schafts­prä­mie” soll­te ein beson­de­rer Leis­tungs­an­reiz für den Trai­ner geschaf­fen wer­den. Der Trai­ner soll­te sich die Prä­mie “ver­die­nen” kön­nen, indem er mit sei­ner Tätig­keit zum Meis­ter­schafts­ge­winn bei­trug. Eine der­ar­ti­ge Ver­ein­ba­rung ent­hält kein Schen­kungs­ver­spre­chen und unter­liegt damit kei­nen Form­vor­schrif­ten, son­dern kann auch münd­lich getrof­fen wer­den.


Der Senat hat die Sache an das Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen, damit die­ses prü­fen kann, ob Zwei­fel an der Rich­tig­keit der Fest­stel­lung des Amts­ge­richts bestehen, dass der Beklag­te dem Klä­ger die Prä­mie tat­säch­lich ver­spro­chen hat.


Klo­se emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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