(Kiel) Der Käu­fer, der die Kauf­sa­che nach einer Nach­bes­se­rung des Ver­käu­fers wie­der ent­ge­gen­ge­nom­men hat, hier nach einer Auto­re­pa­ra­tur, trägt die Beweis­last für das Fehl­schla­gen der Nach­bess­rung. Bleibt nach zwei­ma­li­ger Nach­bes­se­rung unge­klärt, ob das erneu­te Auf­tre­ten des Man­gels auf der erfolg­lo­sen Nach­bes­se­rung des Ver­käu­fers oder auf einer unsach­ge­mä­ßen Behand­lung der Kauf­sa­che nach erneu­ter Über­nah­me durch den Käu­fer beruht, so geht das zu Las­ten des Käu­fers.

Dies, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein“ der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, ist die Kon­se­quenz eines Urteils des Bun­des­ge­richts­hofs vom 11.02.2009 – AZ.: VIII ZR 274/07 -.
In dem Fall ging es um einen Mase­ra­ti Quat­tro­por­te, der im August und Okto­ber 2005 in der Werk­statt der Beklag­ten repa­riert wur­de, nach­dem die Klä­ge­rin jeweils bemän­gelt hat­te, dass der elek­tri­sche Fens­ter­he­ber der Fah­rer­tür defekt sei. Mit Schrei­ben vom 6. Dezem­ber 2005 erklär­te die Klä­ge­rin sodann wegen der nach ihrer Behaup­tung erneut auf­ge­tre­te­nen Fehl­funk­ti­on des Fens­ter­he­bers den Rück­tritt vom Kauf­ver­trag.


Der vom Land­ge­richt im Juli 2006 beauf­trag­te Sach­ver­stän­di­ge stell­te fest, dass sich die Fens­ter­schei­be an der Fah­rer­tür wegen eines Defekts des Sen­sors des Ein­klemm­schut­zes erst nach mehr­fa­cher Betä­ti­gung des Schal­ters und auch dann nur stück­wei­se schlie­ßen ließ. Außer­dem fand der Sach­ver­stän­di­ge für einen Ein­bruchs­ver­such typi­sche Kratz­spu­ren und Absplit­te­run­gen der Schei­be an der Fah­rer­tür. Als Ursa­che für den Aus­fall des Sen­sors kamen nach dem Gut­ach­ten des Sach­ver­stän­di­gen sowohl ein Fer­ti­gungs­feh­ler des Sen­sors als auch ein Ein­bruchs­ver­such in Betracht. Die Klä­ge­rin hat dem­ge­gen­über behaup­tet, die Mitte/Ende Novem­ber 2005 — vier bis fünf Wochen nach der zwei­ten Nach­bes­se­rung — erneut auf­ge­tre­te­ne Fehl­funk­ti­on des Fens­ter­he­bers beru­he nicht auf einem Ein­bruchs­ver­such.
Das Land­ge­richt hat­te die Kla­ge abge­wie­sen, das Ober­lan­des­ge­richt hat­te die Beru­fung zurück­ge­wie­sen. Auch die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on hat­te kei­nen Erfolg, so Klar­mann.


Der BGH hat bereits ent­schie­den, dass den Käu­fer die Dar­le­gungs- und Beweis­last für die einen Sach­man­gel begrün­den­den Tat­sa­chen trifft, wenn er die Kauf­sa­che ent­ge­gen genom­men hat. Die­se — aus § 363 BGB fol­gen­de — Beweis­last­ver­tei­lung gel­te glei­cher­ma­ßen, wenn der Käu­fer die Kauf­sa­che nach einer erfolg­ten Nach­bes­se­rung wie­der ent­ge­gen genom­men habe. In die­sem Fall müs­se der Käu­fer das Fort­be­stehen des Man­gels, mit­hin die Erfolg­lo­sig­keit des Nach­bes­se­rungs­ver­suchs bewei­sen.
Hier­nach tra­ge die Klä­ge­rin, die das Fahr­zeug nach der (zwei­ten) Repa­ra­tur im Okto­ber 2005 wie­der über­nom­men habe, die Beweis­last dafür, dass die­se Repa­ra­tur nicht zur Besei­ti­gung des Man­gels geführt habe und des­halb fehl­ge­schla­gen ist.  Die­sen Beweis habe die Klä­ge­rin nicht füh­ren kön­nen. Die Wür­di­gung des Beru­fungs­ge­richts, es kön­ne nicht aus­ge­schlos­sen wer­den, dass die Beschä­di­gung des Sen­sors nicht auf einem Pro­dukt­feh­ler beru­he, son­dern durch einen Ein­bruchs­ver­such vor der drit­ten Bean­stan­dung der Klä­ge­rin im Novem­ber 2005 ver­ur­sacht wor­den sei, las­se revi­si­ons­recht­lich beacht­li­che Feh­ler nicht erken­nen.


Klar­mann emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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