(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat­te die infol­ge zuneh­men­der Ver­äu­ße­run­gen von Kre­dit­for­de­run­gen an Finanz­in­ves­to­ren auf­tre­ten­de Fra­ge zu ent­schei­den, ob sich der Eigen­tü­mer eines mit einer Grund­schuld belas­te­ten Grund­stücks, der sich der sofor­ti­gen Zwangs­voll­stre­ckung in sein gesam­tes Ver­mö­gen unter­wor­fen hat, im Ver­fah­ren der Klau­seler­in­ne­rung dar­auf beru­fen kann, die Unter­wer­fungs­er­klä­rung sei wegen Ver­sto­ßes gegen § 307 Abs. 1 BGB unwirk­sam. (BGH vom 16.04.2009, AZ.: VII ZB 62/08).

In dem Fall, so die ame­ri­ka­ni­sche Rechtsanwältin/Attorney at law und Aboga­da Nad­ja Vietz aus der ame­ri­ka­ni­schen Kanz­lei Har­ris & Mou­re, pllc, Seattle/USA von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, wand sich der Schuld­ner gegen die Ertei­lung einer Voll­stre­ckungs­klau­sel für eine nota­ri­el­le Urkun­de, aus der die Gläu­bi­ge­rin, eine Treu­hän­de­rin eines ame­ri­ka­ni­schen Finanz­in­ves­tors, die Zwangs­voll­stre­ckung aus abge­tre­te­nem Recht betreibt.


Zur Siche­rung einer Dar­le­hens­schuld hat­te der Schuld­ner zu Guns­ten sei­ner das Dar­le­hen gewäh­ren­den Bank eine Siche­rungs­buch­grund­schuld an sei­nem Grund­stück bestellt und sich in der Bestel­lungs­ur­kun­de der sofor­ti­gen Zwangs­voll­stre­ckung in sein gesam­tes Ver­mö­gen unter­wor­fen. Nach­dem die Dar­le­hens­for­de­rung und die Grund­schuld an eine ande­re deut­sche Bank abge­tre­ten, die­se mit einer wei­te­ren deut­schen Bank ver­schmol­zen wor­den war und ihre Rechts­form gewech­selt hat­te, wur­den die For­de­rung und die Grund­schuld an die Gläu­bi­ge­rin abge­tre­ten. Der Gläu­bi­ge­rin wur­de durch den zustän­di­gen Notar eine auf sie als Rechts­nach­fol­ge­rin lau­ten­de Voll­stre­ckungs­klau­sel erteilt, aus der sie die Zwangs­voll­stre­ckung betreibt.


Die Voll­stre­ckungs­er­in­ne­rung des Schuld­ners, mit der er sich gegen die Recht­mä­ßig­keit der Voll­stre­ckungs­klau­sel wen­det, hat­te das Amts­ge­richt zurück­ge­wie­sen. Auf Beschwer­de hat das Land­ge­richt die Zwangs­voll­stre­ckung aus der Urkun­de für unzu­läs­sig erklärt, da die vor­for­mu­lier­te Unter­wer­fungs­er­klä­rung eine unan­ge­mes­se­ne Benach­tei­li­gung im Sin­ne des § 307 Abs. 1 Satz 1 BGB dar­stel­le, wenn die Bank die Kre­dit­for­de­rung an belie­bi­ge Drit­te u. a. auch an Finanz­in­ves­to­ren, die kei­ner Ban­ken­auf­sicht unter­lie­gen, abtre­ten kön­nen.


Der BGH hat den Beschluss des Land­ge­richts nun auf­ge­ho­ben und die sofor­ti­ge Beschwer­de des Schuld­ners gegen den Beschluss des Amts­ge­richts zurück­ge­wie­sen, betont Vietz.


Nach stän­di­ger Recht­spre­chung kön­ne der Schuld­ner mit der Voll­stre­ckungs­er­in­ne­rung nach § 732 ZPO nur Ein­wen­dun­gen gegen eine dem Gläu­bi­ger erteil­te Voll­stre­ckungs­klau­sel erhe­ben, die Feh­ler for­mel­ler Art zum Gegen­stand haben. Der Notar, der die Voll­stre­ckungs­klau­sel erteilt, habe nach all­ge­mei­nen Regeln zu prü­fen, ob ein for­mell wirk­sa­mer Titel mit voll­stre­ckungs­fä­hi­gem Inhalt vor­liegt, und im Fal­le der Rechts­nach­fol­ge, ob die­se, soweit sie nicht offen­kun­dig ist, durch öffent­li­che oder öffent­lich beglau­big­te Urkun­den nach­ge­wie­sen ist. Eine wei­ter­ge­hen­de Prü­fungs­be­fug­nis ste­he dem Notar nicht zu. Der Notar sei also nicht zur Prü­fung befugt, ob eine Unter­wer­fungs­er­klä­rung den Schuld­ner ent­ge­gen Treu und Glau­ben unan­ge­mes­sen benach­tei­ligt. Er müs­se die Klau­sel ertei­len, wenn bei der for­mel­len Prü­fung kei­ne Beden­ken bestehen.


Vietz emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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Nad­ja Vietz
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