(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat in einem am 08. Juli 2010 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss ent­schie­den, dass für Kre­dit­in­sti­tu­te bereits auf der Grund­la­ge von zwei Urtei­len des Bun­des­ge­richts­hofs aus den Jah­ren 1989 und 1990 erkenn­bar war,  dass sie eine ent­spre­chen­de Auf­klä­rungs­pflicht über soge­nann­te Rück­ver­gü­tun­gen trifft, so dass die Ver­let­zung der Hin­weis­pflicht bereits ab dem Jahr 1990 als schuld­haft anzu­se­hen ist.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf den am 08. Juli 2010 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 29. Juni 2010 – XI ZR 308/09.

Der für das Bank- und Bör­sen­recht zustän­di­ge XI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­ho­fes hat­te hier über die Fra­ge zu ent­schei­den, ab wel­chem Zeit­punkt für Kre­dit­in­sti­tu­te die ihnen oblie­gen­de Ver­pflich­tung zur Auf­klä­rung über sog. Rück­ver­gü­tun­gen erkenn­bar sein muss­te und sie des­halb im Fal­le einer Nicht­auf­klä­rung ein Ver­schul­den trifft. Eine Rück­ver­gü­tung liegt vor, wenn die bera­ten­de Bank, die Fonds­an­tei­le emp­fiehlt, von den Aus­ga­be­auf­schlä­gen und Ver­wal­tungs­kos­ten der Fonds­ge­sell­schaf­ten, die der Bank­kun­de an die Fonds­ge­sell­schaft zu zah­len hat, hin­ter dem Rücken des Kun­den von der Fonds­ge­sell­schaft einen Teil als Pro­vi­si­on rück­ver­gü­tet erhält, so dass die­se ein für den Kun­den nicht erkenn­ba­res Inter­es­se dar­an hat, gera­de die­se Betei­li­gung zu emp­feh­len.

In dem zugrun­de lie­gen­den Fall begehrt der Klä­ger von der beklag­ten Spar­kas­se Scha­dens­er­satz wegen feh­ler­haf­ter Anla­ge­be­ra­tung. Er zeich­ne­te auf Emp­feh­lung der Beklag­ten in den Jah­ren 1997 und 1998 meh­re­re Fonds­be­tei­li­gun­gen, wobei die Beklag­te den Klä­ger nicht im Ein­zel­nen dar­über auf­klär­te, dass bzw. in wel­cher Höhe ihr dabei die von dem Anle­ger an die Fonds­ge­sell­schaf­ten gezahl­ten Aus­ga­be­auf­schlä­ge als sog. Rück­ver­gü­tun­gen zurück­flos­sen. Das Ober­lan­des­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben und die Revi­si­on nicht zuge­las­sen.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Nicht­zu­las­sungs­be­schwer­de zurück­ge­wie­sen, so Kroll, weil die Rechts­sa­che weder grund­sätz­li­che Bedeu­tung hat­te noch eine Ent­schei­dung des Revi­si­ons­ge­richts zur Fort­bil­dung des Rechts oder der Siche­rung einer ein­heit­li­chen Recht­spre­chung erfor­der­lich war.

Es war recht­lich nicht zu bean­stan­den, dass das Ober­lan­des­ge­richt einen unver­meid­ba­ren Rechts­irr­tum der inso­weit dar­le­gungs- und beweis­pflich­ti­gen Beklag­ten über Bestehen und Umfang einer Auf­klä­rungs­pflicht über die Zah­lung von Rück­ver­gü­tun­gen und deren Höhe für den hier maß­geb­li­chen Zeit­punkt ver­neint hat. Viel­mehr war für Kre­dit­in­sti­tu­te bereits auf der Grund­la­ge von zwei Urtei­len des Bun­des­ge­richts­hofs aus den Jah­ren 1989 und 1990 eine ent­spre­chen­de Auf­klä­rungs­pflicht erkenn­bar, so dass die Ver­let­zung der Hin­weis­pflicht als schuld­haft anzu­se­hen ist.

Kroll riet, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law

Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
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