(Kiel) Das Ver­bot, für Tabak­erzeug­nis­se in der Pres­se zu wer­ben, gilt auch für Anzei­gen, in denen sich ein Ziga­ret­ten­her­stel­ler unter Bezug­nah­me auf sei­ne Pro­duk­te als ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Unter­neh­men dar­stellt, ohne direkt für den Absatz sei­ner Pro­duk­te zu wer­ben.

Das, so der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Mit­glied in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat der u. a. für das Wett­be­werbs­recht zustän­di­ge I. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) in einem am 22.11.2010 bekannt gege­be­nen Urteil vom 18.11.2010 ent­schie­den, Az.: I ZR 137/09 — Unser wich­tigs­tes Ciga­ret­ten­pa­pier.

Die Beklag­te ist ein Unter­neh­men, das ver­schie­de­ne Tabak­erzeug­nis­se in Deutsch­land ver­treibt. Sie ver­öf­fent­lich­te im “Vor­wärts” eine Anzei­ge mit der groß her­aus­ge­stell­ten Über­schrift “Unser wich­tigs­tes Ciga­ret­ten­pa­pier” und dem fol­gen­den Text:

Bestel­len Sie unse­ren Soci­al Report. Immer noch gibt es Unter­neh­men, die unre­flek­tiert Augen­wi­sche­rei betrei­ben und die Din­ge nicht so sehen wol­len, wie sie sind. BAT stellt sich nicht nur den kri­ti­schen Fra­gen, son­dern beweist Enga­ge­ment mit viel­fäl­ti­gen Taten. Wie wir uns kon­kret mit der Pro­ble­ma­tik des Ciga­ret­ten­kon­sums aus­ein­an­der set­zen, kön­nen Sie jetzt im aktu­el­len Soci­al Report nach­le­sen. Sie fin­den ihn auf unse­rer Home­page www. … oder Sie for­dern eine kos­ten­lo­se Print­aus­ga­be an unter Fax …”

Unter die­sem Text waren klein­ge­druckt die von der Beklag­ten in Deutsch­land ver­trie­be­nen Ziga­ret­ten­mar­ken auf­ge­führt.

Der kla­gen­de Ver­brau­cher­ver­band bean­stan­de­te die­se Anzei­ge als Ver­stoß gegen das gesetz­li­che Ver­bot, für Tabak­erzeug­nis­se in der Pres­se zu wer­ben. Das Land­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Das Beru­fungs­ge­richt hat ihr statt­ge­ge­ben.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat das Urteil des Beru­fungs­ge­richts nun bestä­tigt, so betont Dr. Ise­le.

Mit der Anzei­ge wird – so der BGH – nicht nur für das Unter­neh­men, son­dern auch für sei­ne Tabak­erzeug­nis­se gewor­ben. Die Beklag­te stellt sich in der Anzei­ge als ver­ant­wor­tungs­be­wuss­tes Unter­neh­men dar, das sich enga­giert durch viel­fäl­ti­ge Taten mit der Pro­ble­ma­tik des Ziga­ret­ten­kon­sums aus­ein­an­der­setzt. Die Leser der Anzei­ge wer­den eher die Pro­duk­te eines sol­chen Unter­neh­mens kau­fen als die eines Wett­be­wer­bers, der sich über die Gefah­ren des Rau­chens kei­ne Gedan­ken macht. Jeden­falls durch die Nen­nung der Ziga­ret­ten­mar­ken am Ende der Anzei­ge kann der Leser die ange­prie­se­nen Vor­zü­ge auch kon­kret mit Pro­duk­ten in Ver­bin­dung brin­gen, die er kau­fen kann. Damit ist zumin­dest eine indi­rek­te Wer­be­wir­kung gege­ben, die für die Anwend­bar­keit des Tabak­wer­be­ver­bots aus­reicht.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, die Ent­schei­dung zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Dr. Jan Felix Ise­le, Rechts­an­walt
Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz
 
DANCKELMANN UND KERST
Rechts­an­wäl­te  Nota­re
Main­zer Land­stra­ße 18
60325 Frank­furt am Main
GERMANY
Tele­fon: +49 69 920727–0  (Zen­tra­le)
Tele­fon: +49 69 920727–34 oder ‑39 (Sekre­ta­ri­at)
Tele­fax:  +49 69 920727–60
E‑Mail:   ra.dr.isele@danckelmann-kerst.de
Inter­net: www.danckelmann-kerst.de