(Kiel) Der für das Bank- und Bör­sen­recht zustän­di­ge XI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) hat am 15.12.2009 ent­schie­den, dass ein Dar­le­hens- und ein Rest­schuld­ver­si­che­rungs­ver­trag ver­bun­de­ne Geschäf­te bil­den kön­nen.

Die­se Fra­ge, so der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das am 15.12.2009 ver­öf­fent­lich­te BGH-Urteil, Az.: XI ZR 45/09.


Der Ent­schei­dung liegt fol­gen­der Sach­ver­halt zugrun­de:


Die Klä­ge­rin, eine Bank, nimmt die beklag­ten Ehe­leu­te auf Rück­zah­lung eines gekün­dig­ten Dar­le­hens in Anspruch. Die Beklag­ten hat­ten gleich­zei­tig mit dem Dar­le­hens­ver­trag einen Rest­schuld­ver­si­che­rungs­ver­trag abge­schlos­sen, zu des­sen Finan­zie­rung die Dar­le­hens­sum­me erhöht wor­den war. Sie sind der Auf­fas­sung, der Dar­le­hens­ver­trag und der Rest­schuld­ver­si­che­rungs­ver­trag bil­de­ten ver­bun­de­ne Geschäf­te im Sin­ne des § 358 Abs. 3 BGB. Da die ihnen erteil­te Wider­rufs­be­leh­rung nicht den bei ver­bun­de­nen Geschäf­ten zu beach­ten­den Anfor­de­run­gen ent­spre­che, sei­en sie noch zum Wider­ruf des Dar­le­hens­ver­tra­ges berech­tigt.


Die Vor­in­stan­zen haben der Kla­ge statt­ge­ge­ben. Die Revi­si­on der Beklag­ten hat­te jedoch Erfolg, betont Kroll.


Der Bun­des­ge­richts­hof hat ent­schie­den, dass der Dar­le­hens­ver­trag und der Rest­schuld­ver­si­che­rungs­ver­trag ver­bun­de­ne Geschäf­te sind, weil das Dar­le­hen teil­wei­se der Finan­zie­rung der Rest­schuld­ver­si­che­rung dient und bei­de Ver­trä­ge eine wirt­schaft­li­che Ein­heit bil­den. Hier­für ist maß­geb­lich, dass bei­de Ver­trä­ge wech­sel­sei­tig auf­ein­an­der Bezug neh­men, dass der Dar­le­hens­ver­trag die teil­wei­se Ver­wen­dung des Dar­le­hens zur Bezah­lung der Ver­si­che­rungs­prä­mie vor­sieht und dass den Beklag­ten die freie Ver­fü­gungs­mög­lich­keit über den unmit­tel­bar an die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft gezahl­ten Teil des Dar­le­hens genom­men war. Die Wirk­sam­keit des Rest­schuld­ver­si­che­rungs­ver­tra­ges war zudem vom Zustan­de­kom­men des Dar­le­hens­ver­tra­ges abhän­gig. Die Ver­si­che­rungs­ge­sell­schaft wird im Dar­le­hens­ver­trag als “Part­ner” der Klä­ge­rin bezeich­net.


Zur Auf­klä­rung, ob und gege­be­nen­falls in wel­cher Höhe der Klä­ge­rin nach dem wirk­sa­men Wider­ruf des Dar­le­hens­ver­tra­ges, der sich auch auf den ver­bun­de­nen Rest­schuld­ver­si­che­rungs­ver­trag erstreckt, ein Anspruch gegen die Beklag­ten zusteht, ist die Sache an das Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen wor­den.


Kroll riet, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law
Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V.
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