(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) hat am 07.10.2009 ent­schie­den, dass die von der Deut­schen Tele­kom AG ange­bo­te­ne Ruf­um­lei­tung “Switch & Pro­fit” wett­be­werbs­recht­lich unzu­läs­sig ist.

Dar­auf ver­weist die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des BGH vom 7. Okto­ber 2009, Az.:  I ZR 150/07 — Ruf­um­lei­tung.


Die Par­tei­en kon­kur­rie­ren auf dem Gebiet der Tele­fon­dienst­leis­tun­gen. Die Beklag­te ist die Deut­sche Tele­kom. Sie wirbt für ein Ange­bot, mit dem sie ihren Fest­netz­kun­den, die zugleich über einen Mobil­te­le­fon­an­schluss eines belie­bi­gen Anbie­ters ver­fü­gen, eine Ruf­um­lei­tungs-Opti­on anbie­tet. Dabei wer­den Anru­fe, die von einem Tele­fon­an­schluss des Fest­net­zes der Tele­kom aus­ge­hen und an den Mobil­funk­te­le­fon­an­schluss des Kun­den gerich­tet sind, auf des­sen Fest­netz­an­schluss umge­lei­tet. Der ange­ru­fe­ne Kun­de erhält für die­sen Fall eine Gut­schrift. Dem Anru­fer berech­net die Beklag­te das tarif­li­che Ent­gelt für Anru­fe aus ihrem Fest­netz in das Mobil­funk­netz. Ein Zusam­men­schlus­s­ent­gelt, das die Beklag­te bei Gesprä­chen aus dem Fest­netz in das Mobil­funk­netz an des­sen Betrei­ber zah­len muss, fällt nicht an. Die Klä­ge­rin (EPlus) hält das Ange­bot der Beklag­ten für wett­be­werbs­wid­rig und hat die Beklag­te auf Unter­las­sung, Fest­stel­lung der Scha­dens­er­satz­pflicht und Aus­kunfts­er­tei­lung in Anspruch genom­men.


Die Vor­in­stan­zen haben der Kla­ge weit­ge­hend statt­ge­ge­ben.


Der Bun­des­ge­richts­hof hat das vom Beru­fungs­ge­richt aus­ge­spro­che­ne Ver­bot bestä­tigt, so betont Scheel-Pötzl.


Er hat auf­grund der von der Beklag­ten ange­bo­te­nen Ruf­um­lei­tung eine geziel­te Behin­de­rung der Klä­ge­rin ange­nom­men. Die Unlau­ter­keit des Ver­hal­tens der Beklag­ten hat der Bun­des­ge­richts­hof dar­in gese­hen, dass die­se sich bei der Schal­tung der Ruf­um­lei­tung Leis­tun­gen der Klä­ge­rin zunut­ze macht und die für das Gespräch in das Mobil­funk­netz anfal­len­den Gebüh­ren ver­ein­nahmt.


Der den Anruf täti­gen­de Fest­netz­kun­de der Beklag­ten wählt die Mobil­funk­num­mer des Ange­ru­fe­nen, weil er erwar­tet, sei­nen gewünsch­ten Gesprächs­part­ner unter die­ser Tele­fon­num­mer zu errei­chen. Er hat sich ent­schlos­sen, auch die Leis­tung des Mobil­funk­netz­be­trei­bers in Anspruch zu neh­men. Die Klä­ge­rin gewähr­leis­tet die Erreich­bar­keit ihrer Kun­den durch die Unter­hal­tung ihres Mobil­funk­net­zes. Die­se Leis­tung nutzt die Beklag­te durch die von ihr ange­bo­te­ne Ruf­um­lei­tung aus, da der Anru­fer die Mobil­funk­num­mer ohne die Bereit­hal­tung des Mobil­funk­an­schlus­ses und den Betrieb des Mobil­funk­net­zes nicht anwäh­len wür­de. Lei­tet die Beklag­te wegen der Akti­vie­rung der Ruf­um­lei­tung den Anruf nicht in das Netz der Klä­ge­rin wei­ter, ver­hin­dert sie den Anfall des Zusam­men­schlus­s­ent­gelts und behin­dert die Klä­ge­rin dar­in, ihre Leis­tun­gen auf dem Markt durch eige­ne Anstren­gun­gen in ange­mes­se­ner Wei­se zur Gel­tung zu brin­gen und ihre Inves­ti­tio­nen zu erwirt­schaf­ten.


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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