(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof (BGH)  hat am 30.04.2009 über die Ver­wen­dung des Akti­en­in­dex als Bezugs­wert für Opti­ons­schei­ne ent­schie­den.

Dar­auf ver­weist die Ham­bur­ger Fach­an­wäl­tin für Urhe­ber- und Medi­en­recht Karin Scheel-Pötzl von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die soeben ver­öf­fent­lich­te Pres­se­mit­tei­lung des BGH vom 30.04.2009, Az.: I ZR 42/07 – DAX..


Die Deut­sche Bör­se AG berech­net und ver­öf­fent­licht den Deut­schen Akti­en­in­dex DAX. Sie ist Inha­be­rin der Wort­mar­ke DAX, die u. a. für Bör­sen­kurs­no­tie­run­gen und die Ermitt­lung eines Akti­en­in­dex ein­ge­tra­gen ist. Die Com­merz­bank emit­tiert auf den DAX bezo­ge­ne Opti­ons­schei­ne, bei denen ein Zah­lungs­an­spruch begrün­det wird, des­sen Höhe vom jewei­li­gen Stand des DAX abhängt. Über die­se Ver­wen­dung des DAX hat­ten die Par­tei­en 2001 einen Lizenz­ver­trag geschlos­sen. Nach­dem die Com­merz­bank die­sen Ver­trag gekün­digt hat­te, kam es zu Aus­ein­an­der­set­zun­gen dar­über, ob die Com­merz­bank auch ohne Lizen­zie­rung die Bezeich­nung DAX als Bezugs­wert für ihre Finanz­pro­duk­te benut­zen darf.


Der Bun­des­ge­richts­hof hat die­se Fra­ge in Über­ein­stim­mung mit dem Beru­fungs­ge­richt nun  bejaht, betont Scheel-Pötzl.


Die Deut­sche Bör­se kön­ne die Ver­wen­dung der Bezeich­nung DAX nicht aus ihrem Mar­ken­recht unter­sa­gen. Die Benut­zung stel­le eine die Leis­tung der Com­merz­bank beschrei­ben­de Anga­be dar, die nicht gegen die guten Sit­ten ver­sto­ße (§ 23 Nr. 2 Mar­kenG). Den Ban­ken sei es nicht ver­wehrt, auf den Index zu ver­wei­sen, der die für den deut­schen Finanz­platz bedeu­tends­ten Akti­en reprä­sen­tie­re. In die­ser Bezug­nah­me lie­ge auch kei­ne unlau­te­re Aus­nut­zung des guten Rufs der Bezeich­nung DAX. Die Wert­schät­zung der Finanz­pro­duk­te beru­he vor­ran­gig auf der Ein­schät­zung der wich­tigs­ten deut­schen Akti­en­ge­sell­schaf­ten und ihrer Wert­ent­wick­lung sowie auf den Bedin­gun­gen des jewei­li­gen Wert­pa­piers und der Boni­tät der emit­tie­ren­den Bank. Einen Schutz aus ergän­zen­dem wett­be­werbs­recht­li­chem Leis­tungs­schutz (§ 4 Nr. 9 lit. b UWG) hat der Bun­des­ge­richts­hof eben­falls ver­neint.


Scheel-Pötzl emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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