(Kiel) Der für Gesell­schafts­recht zustän­di­ge II. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat soeben ent­schie­den, dass der Insol­venz­ver­wal­ter eines insol­ven­ten Immo­bi­li­en­fonds in der Form einer Kom­man­dit­ge­sell­schaft von Anle­gern des Fonds aus abge­tre­te­nem Recht der Treu­hand­kom­man­di­tis­tin Rück­zah­lung von Aus­schüt­tun­gen ver­lan­gen kann, soweit dadurch die Ein­la­gen der Anle­ger zurück­ge­währt wur­den.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb‑, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter-ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Urtei­le des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 22. März 2011 – Az.: II ZR 224/08 u. a.

Die Anle­ger, die sich über eine Treu­hand­kom­man­di­tis­tin an den Falk-Fonds Nr. 68 und Q 1 betei­ligt hat­ten, erhiel­ten jähr­li­che Aus­schüt­tun­gen in Höhe von ca. 5 % ihrer über die Treu­hän­de­rin geleis­te­ten Ein­la­gen. In den acht Ver­fah­ren, in denen der Bun­des­ge­richts­hof heu­te sei­ne Urtei­le ver­kün­det hat, waren die Kla­gen, mit denen der Insol­venz­ver­wal­ter von den Anle­gern Rück­zah­lung der Aus­schüt­tun­gen ver­langt hat, von ein­zel­nen Land- und Ober­lan­des­ge­rich­ten abge­wie­sen wor­den, bei ande­ren hat­ten sie (teil­wei­se) Erfolg.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Kla­gen über­wie­gend für begrün­det erach­tet, betont Dr. Gie­se­ler.

Bei den den Falk-Fonds Q 1 betref­fen­den Ver­fah­ren hat der Bun­des­ge­richts­hof dem Klä­ger jeweils einen Anspruch auf Rück­zah­lung sämt­li­cher Aus­schüt­tun­gen zuer­kannt. Die­ser Fonds hat­te von Anfang an Ver­lus­te erwirt­schaf­tet, so dass durch alle Aus­schüt­tun­gen die über die Treu­hand­kom­man­di­tis­tin gezahl­ten Ein­la­gen der Anle­ger wie­der zurück­ge­währt wur­den und dadurch die Haf­tung zunächst der Treu­hand­kom­man­di­tis­tin und in deren Fol­ge auch die Haf­tung der Anle­ger für Ver­bind­lich­kei­ten des Fonds gegen­über Gläu­bi­gern der Gesell­schaft wie­der aus­ge­löst wur­de. Der Falk-Fonds Nr. 68 hat­te dage­gen in den Anfangs­jah­ren Gewin­ne erwirt­schaf­tet, so dass die Aus­schüt­tun­gen nicht voll­stän­dig zurück­be­zahlt wer­den müs­sen.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Ansicht bestä­tigt, dass die gesetz­li­che Haf­tung des Kom­man­di­tis­ten für Schul­den der Gesell­schaft in Höhe sei­ner Ein­la­ge unmit­tel­bar nur die Treu­hän­de­rin trifft. Die­se kann jedoch ver­lan­gen, dass die Anle­ger sie von ihrer Haf­tung frei­stel­len. Auf­grund der an den Insol­venz­ver­wal­ter abge­tre­te­nen Frei­stel­lungs­an­sprü­che der Treu­hand­kom­man­di­tis­tin sind die Anle­ger die­sem zur Zah­lung in Höhe der Aus­schüt­tun­gen ver­pflich­tet, soweit die­se zur Rück­ge­währ der Kom­man­dit­ein­la­gen geführt haben. Die Abtre­tung ver­stößt weder gegen ein gesetz­li­ches noch gegen ein ver­trag­li­ches Abtre­tungs­ver­bot. Den von den Anle­gern erho­be­nen Ein­wand der Ver­jäh­rung sowie die Auf­rech­nung mit Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen hat der Bun­des­ge­richts­hof für nicht durch­grei­fend erach­tet.

Gie­se­ler mahn­te, dies beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de

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