(Kiel) Für ein ord­nungs­ge­mä­ßes Miet­erhö­hungs­ver­lan­gen ist es nicht erfor­der­lich, den Miet­spie­gel bei­zu­fü­gen, wenn die­ser im Kun­den­cen­ter des Ver­mie­ters ein­ge­se­hen wer­den kann. (BGH AZ.: VIII ZR 74/08)

Dar­auf ver­weist der Esse­ner Rechts­an­walt Wolf­gang Nebel von der DASV Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf ein Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 11.03.2009.


In dem Fall sind die Beklag­ten Mie­ter einer Woh­nung der Klä­ge­rin in Wies­ba­den. Mit Schrei­ben vom 25. April 2006 ver­lang­te die Klä­ge­rin von den Beklag­ten die Zustim­mung zur Erhö­hung der Grund­mie­te von 374,50 € auf 407,54 € (= 6,74 €/m²). Zur Begrün­dung des Erhö­hungs­ver­lan­gens berief sich die Klä­ge­rin unter Erläu­te­rung der begehr­ten Miet­erhö­hung auf den Miet­preis­spie­gel der Lan­des­haupt­stadt Wies­ba­den (Stand 1. Janu­ar 2006). Die Klä­ge­rin wies im Miet­erhö­hungs­ver­lan­gen dar­auf hin, dass der Miet­spie­gel unter ande­rem beim Mie­ter­schutz­ver­ein in Wies­ba­den erhält­lich sei und in ihrem Kun­den­cen­ter ein­ge­se­hen wer­den kön­ne. Die Beklag­ten stimm­ten der Miet­erhö­hung nicht zu.


Das Amts­ge­richt hat die auf Zustim­mung zur Miet­erhö­hung gerich­te­te Kla­ge abge­wie­sen. Das Beru­fungs­ge­richt hat die dage­gen gerich­te­te Beru­fung der Klä­ge­rin zurück­ge­wie­sen. Die Revi­si­on der Klä­ge­rin hat­te nun Erfolg. Sie führ­te zur Auf­he­bung des Beru­fungs­ur­teils und Zurück­ver­wei­sung an das Beru­fungs­ge­richt, so Nebel.
Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs ist die Bei­fü­gung des Miet­spie­gels zur ord­nungs­ge­mä­ßen Begrün­dung des Miet­erhö­hungs­ver­lan­gens nicht erfor­der­lich, wenn die­ser all­ge­mein zugäng­lich ist. In einem sol­chen Fall ist es dem Mie­ter zumut­bar, zur Prü­fung der Anga­ben des Ver­mie­ters auf den ohne wei­te­res zugäng­li­chen Miet­spie­gel zuzu­grei­fen. Nichts ande­res gilt, wenn die Ein­sicht­nah­me in den Miet­spie­gel wie im hier zu ent­schei­den­den Fall im Kun­den­cen­ter des Ver­mie­ters gewähr­leis­tet ist. Die Bei­fü­gung des Miet­spie­gels ist auch nicht des­we­gen erfor­der­lich, um eine recht­li­che Bera­tung des Mie­ters — etwa durch einen Rechts­an­walt — zu ermög­li­chen, weil des­sen Kennt­nis von dem Inhalt des Miet­spie­gels vor­aus­ge­setzt wer­den kann.


Das Beru­fungs­ge­richt wird nun­mehr fest­zu­stel­len haben, ob das Miet­erhö­hungs­ver­lan­gen mate­ri­ell berech­tigt ist.


Nebel emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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