(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat sich soeben in einer Ent­schei­dung mit der Fra­ge befasst, mit wel­chem Betrag der Ver­mie­ter eige­ne Sach- und Arbeits­leis­tun­gen in der Betriebs­kos­ten­ab­rech­nung anset­zen darf.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 14.11.2012 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. VIII ZR 41/12.

Der Beklag­te ist Mie­ter einer Woh­nung der Klä­ge­rin in Köln. Die Par­tei­en strei­ten über die Posi­tio­nen “Gar­ten­pfle­ge” und “Haus­meis­ter” in der Abrech­nung der Betriebs­kos­ten. Dar­in sind nicht die der Klä­ge­rin durch den Ein­satz eige­nen Per­so­nals tat­säch­lich ent­stan­de­nen Kos­ten ein­ge­setzt, son­dern fik­ti­ve Kos­ten eines Dritt­un­ter­neh­mens (ohne Mehr­wert­steu­er).

Das Amts­ge­richt hat die Zah­lungs­kla­ge abge­wie­sen. Das Land­ge­richt hat das erst­in­stanz­li­che Urteil geän­dert und der Kla­ge statt­ge­ge­ben.

Die vom Beru­fungs­ge­richt zuge­las­se­ne Revi­si­on des Beklag­ten blieb ohne Erfolg, so Klar­mann.

Der unter ande­rem für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass die Klä­ge­rin gemäß § 1 Abs. 1 Satz 2 BetrKV die von ihrem Per­so­nal erbrach­ten Haus­meis­ter- und Gar­ten­pfle­ge­ar­bei­ten nach den fik­ti­ven Kos­ten abrech­nen durf­te, die bei Erbrin­gung der Leis­tun­gen durch einen Drit­ten ent­stan­den wären. Die Rege­lung soll die Abrech­nung für den Ver­mie­ter ver­ein­fa­chen und gilt für natür­li­che und juris­ti­sche Per­so­nen. Die Klä­ge­rin hat die ange­setz­ten fik­ti­ven Kos­ten aus­rei­chend dar­ge­legt, indem sie ein detail­lier­tes Leis­tungs­ver­zeich­nis über die anfal­len­den Arbei­ten sowie das dar­auf beru­hen­de Ange­bot eines Unter­neh­mens vor­ge­legt hat. Der Erhe­bung der von der Klä­ge­rin ange­bo­te­nen Bewei­se bedurf­te es nicht, weil der Beklag­te die Anga­ben der Klä­ge­rin zu den fik­ti­ven Kos­ten eines Dritt­un­ter­neh­mens nicht bestrit­ten hat­te.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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