(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben eine Ent­schei­dung zu Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen des Päch­ters einer Gast­stät­te gegen den Ver­päch­ter wegen Umsatz­ein­bu­ßen nach dem Inkraft­tre­ten des Nicht­rau­cher­schutz­ge­set­zes Rhein­land-Pfalz getrof­fen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH vom 13. Juli 2011 – Az.: XII ZR 189/09.

Die Klä­ge­rin (Päch­te­rin) ver­langt von der Beklag­ten (Ver­päch­te­rin) Scha­dens­er­satz wegen eines behaup­te­ten Umsatz­rück­gangs als Fol­ge des durch das Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz Rhein­land-Pfalz ein­ge­führ­ten Rauch­ver­bots in öffent­li­chen Gast­stät­ten.

Die Klä­ge­rin pach­te­te im Sep­tem­ber 2005 von der Beklag­ten eine Gast­stät­te, die aus zwei nicht von­ein­an­der getrenn­ten Räu­men bestand. Nach­dem am 15. Febru­ar 2008 in Rhein­land-Pfalz ein Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz in Kraft getre­ten war, durf­te in der ver­pach­te­ten Gast­stät­te nicht mehr geraucht wer­den. Von der Päch­te­rin gefor­der­te Umbau­maß­nah­men zur Schaf­fung eines den Anfor­de­run­gen des Nicht­rau­cher­schutz­ge­set­zes ent­spre­chen­den Rau­cher­be­reichs lehn­te die Ver­päch­te­rin ab. Das Land­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Die Beru­fung der Päch­te­rin ist erfolg­los geblie­ben. Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Päch­te­rin hat­te kei­nen Erfolg.

Der unter ande­rem für das gewerb­li­che Miet­recht zustän­di­ge XII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, so Klar­mann, dass das durch das Nicht­rau­cher­schutz­ge­setz Rhein­land-Pfalz ein­ge­führ­te Rauch­ver­bot in öffent­li­chen Gast­stät­ten nicht zu einem Man­gel des Pacht­ge­gen­stan­des führt. Die mit dem gesetz­li­chen Rauch­ver­bot zusam­men­hän­gen­de Gebrauchs­be­schrän­kung beru­he nicht auf der kon­kre­ten Beschaf­fen­heit der Pacht­sa­che, son­dern bezie­he sich auf die Art und Wei­se der Betriebs­füh­rung des Mie­ters oder Päch­ters. Die Fol­gen eines gesetz­li­chen Rauch­ver­bots in Gast­stät­ten fie­len daher allein in das wirt­schaft­li­che Risi­ko des Päch­ters.

Fer­ner hat der XII. Zivil­se­nat ent­schie­den, dass der Ver­päch­ter einer Gast­stät­te nicht ver­pflich­tet ist, auf Ver­lan­gen des Päch­ters durch bau­li­che Maß­nah­men die Vor­aus­set­zun­gen zu schaf­fen, dass die­ser einen gesetz­lich zuläs­si­gen Rau­cher­be­reich ein­rich­ten kann. Denn auch eine sol­che Ver­pflich­tung wür­de einen Man­gel der Pacht­sa­che vor­aus­set­zen, der hier nicht gege­ben ist.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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