(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben eine Ent­schei­dung zum erfor­der­li­chen Inhalt eines Kün­di­gungs­schrei­bens bei einer Eigen­be­darfs­kün­di­gung getrof­fen.

In dem Fall, so der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) zum Urteil vom 6. Juli 2011 – Az.: VIII ZR 317/10 – ist die Beklag­te Mie­te­rin einer Ein­zim­mer­woh­nung der Klä­ger in Mün­chen.

Mit Schrei­ben vom 29. April 2008 kün­dig­ten die Klä­ger das Miet­ver­hält­nis wegen Eigen­be­darfs der Klä­ge­rin zu 2 zum 31. Janu­ar 2009. In dem Kün­di­gungs­schrei­ben ist aus­ge­führt, dass die Klä­ge­rin zu 2 nach Been­di­gung eines Aus­lands­stu­di­en­jahrs in Neu­see­land ihr Stu­di­um in Mün­chen fort­set­zen und einen eige­nen Haus­stand begrün­den wol­le. In ihr ehe­ma­li­ges Kin­der­zim­mer in der elter­li­chen Woh­nung kön­ne sie nicht zurück, weil dies inzwi­schen von ihrer Schwes­ter genutzt wer­de.

Das Amts­ge­richt hat der Räu­mungs­kla­ge der Klä­ger statt­ge­ge­ben. Auf die Beru­fung der Beklag­ten hat das Land­ge­richt die Kla­ge mit der Begrün­dung abge­wie­sen, die Kün­di­gung sei schon aus for­mel­len Grün­den unwirk­sam, weil die Klä­ger die Grün­de für die Kün­di­gung nicht aus­rei­chend dar­ge­stellt hät­ten.

Die hier­ge­gen gerich­te­te Revi­si­on der Klä­ger hat­te Erfolg, so Klar­mann.

Der unter ande­rem für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat sei­ne Recht­spre­chung bekräf­tigt, dass dem in § 573 Abs. 3 BGB ent­hal­te­nen Begrün­dungs­er­for­der­nis für eine Kün­di­gung des Ver­mie­ters Genü­ge getan wird, wenn das Kün­di­gungs­schrei­ben den Kün­di­gungs­grund so bezeich­net, dass er iden­ti­fi­ziert und von ande­ren Grün­den unter­schie­den wer­den kann. Dies ist vor­lie­gend der Fall. Bei einer Kün­di­gung wegen Eigen­be­darfs reicht es grund­sätz­lich aus, dass der Ver­mie­ter die Per­son bezeich­net, für die die Woh­nung benö­tigt wird, und das Inter­es­se dar­legt, das die­se Per­son an der Erlan­gung der Woh­nung hat. Zudem brau­chen Umstän­de, die dem Mie­ter bereits zuvor mit­ge­teilt wur­den oder die ihm sonst bekannt sind, im Kün­di­gungs­schrei­ben nicht noch­mals wie­der­holt zu wer­den.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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