(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 23.03.2010 das Scha­dens­er­satz­ver­lan­gen eines Erwer­bers tür­ki­scher Akti­en zurück­ge­wie­sen.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Urtei­le des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 23.03.2010, Az.: VI ZR 57/09.


Der Klä­ger erwarb im Jahr 1999 in einer Moschee im Ruhr­ge­biet für DM 40.500 in bar Akti­en der Beklag­ten, einer nicht bör­sen­no­tier­ten Akti­en­ge­sell­schaft mit Sitz in der Tür­kei. Er woll­te mit der Anla­ge zwar eine gute Ren­di­te erzie­len, jedoch nicht gegen den Koran ver­sto­ßen und des­halb kei­ne Zins- und Spe­ku­la­ti­ons­ge­win­ne erzie­len. Die Beklag­te zahl­te im Jahr 2000 rund DM 5.000 bar an den Klä­ger. Seit­her leis­te­te sie kei­ne wei­te­ren Zah­lun­gen mehr und wei­ger­te sich, die Antei­le gegen Rück­zah­lung des Anla­ge­be­trags zurück­zu­neh­men. Der Klä­ger ver­langt im Wege des Scha­dens­er­sat­zes den ein­ge­setz­ten Kapi­tal­be­trag. Er behaup­tet, sei­tens der Beklag­ten sei ihm zuge­sagt wor­den, dass die Anla­ge eine jähr­li­che Ren­di­te von 10 % abwer­fe und der Anla­ge­be­trag auf ent­spre­chen­den Wunsch zurück­ge­zahlt wer­de. Das Land­ge­richt hat der Kla­ge statt­ge­ge­ben, das Ober­lan­des­ge­richt die­ses Urteil auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen.


Der für delik­ti­sche Scha­dens­er­satz­an­sprü­che zustän­di­ge VI. Zivil­se­nat des BGH hat die inter­na­tio­na­le Zustän­dig­keit deut­scher Gerich­te und die Anwend­bar­keit deut­schen Rechts bejaht, soweit die Kla­ge auf delik­ti­sche Hand­lun­gen gestützt wur­de, die in Deutsch­land began­gen wor­den sind. Der BGH hat aber delik­ti­sche Ansprü­che selbst ver­neint, betont Kroll.


Der Klä­ger kann kei­nen Scha­dens­er­satz wegen Ver­sto­ßes gegen die Erlaub­nis­pflicht des § 32 Kre­dit­we­sen­ge­setz ver­lan­gen, weil die Ver­äu­ße­rung der eige­nen Akti­en durch die Beklag­te kein Bank­ge­schäft in Form des Ein­la­gen­ge­schäfts im Sin­ne des § 1 Abs. 1 Satz 2 KWG dar­stell­te. Eine Ver­let­zung der zum Zeit­punkt des Anteil­ver­kaufs bestehen­den Anzei­ge­pflicht nach dem Aus­land­in­vest­ment­ge­setz ist eben­falls nicht gege­ben, weil kei­ne Antei­le an einem aus­län­di­schen Invest­ment­ver­mö­gen im Sin­ne die­ses Geset­zes ver­trie­ben wor­den sind. Dafür wäre Vor­aus­set­zung gewe­sen, dass das Ver­mö­gen der Beklag­ten nach dem Grund­satz der Risi­ko­mi­schung, d.h. zur Siche­rung des Kapi­tal­werts der zuflie­ßen­den Gel­der in einer Viel­zahl von Wert­pa­pie­ren oder Grund­stü­cken oder bei­den ange­legt gewe­sen wäre. Die Beklag­te ver­folg­te aber nicht vor­ran­gig das Ziel, den Kapi­tal­wert der Anla­gen zu sichern, son­dern Gewin­ne durch unter­schied­li­che unter­neh­me­ri­sche Betei­li­gun­gen zu erwirt­schaf­ten. Der Beklag­ten war eben­so wie dem in Deutsch­land täti­gen Ver­käu­fer der Antei­le nach den Fest­stel­lun­gen des Beru­fungs­ge­richts ein betrü­ge­ri­sches oder sit­ten­wid­rig schä­di­gen­des Vor­ge­hen nicht nach­zu­wei­sen.


Kroll riet, das Urteil zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
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