(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat sich soeben in einer Ent­schei­dung mit der Fra­ge befasst, auf wel­cher Grund­la­ge zu beur­tei­len ist, ob eine vom Ver­mie­ter geplan­te Moder­ni­sie­rungs­maß­nah­me die Miet­woh­nung in einen all­ge­mein übli­chen Zustand ver­setzt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 10.10.2012 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. VIII ZR 25/12.

Die Beklag­te mie­te­te im Jahr 1989 vom Rechts­vor­gän­ger des Klä­gers eine Woh­nung in Ber­lin Mit­te an, die mit einem Ein­zel­ofen und einem Gamat-Heiz­ge­rät aus­ge­stat­tet war. Im Jahr 1991 bau­te sie im Ein­ver­ständ­nis mit dem dama­li­gen Ver­mie­ter auf eige­ne Kos­ten eine Gas­eta­gen­hei­zung ein. Mit Schrei­ben vom 17. Novem­ber 2009 erbat der Klä­ger von der Beklag­ten ver­geb­lich die Dul­dung des Anschlus­ses der Woh­nung an die im Gebäu­de inzwi­schen vor­han­de­ne Zen­tral­hei­zung.

Das Amts­ge­richt hat die Dul­dungs­kla­ge abge­wie­sen. Auf die Beru­fung des Klä­gers hat das Land­ge­richt das erst­in­stanz­li­che Urteil abge­än­dert und der Kla­ge statt­ge­ge­ben.

Die vom Beru­fungs­ge­richt zuge­las­se­ne Revi­si­on der Beklag­ten hat­te Erfolg, so Klar­mann.

Der unter ande­rem für das Wohn­raum­miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass dem Ein­wand der Beklag­ten, die Moder­ni­sie­rung stel­le für sie mit Rück­sicht auf die zu erwar­ten­de Miet­erhö­hung eine unzu­mut­ba­re Här­te dar, nicht gemäß § 554 Abs. 2 Satz 4 BGB ent­ge­gen­ge­hal­ten wer­den kann, dass die Miet­woh­nung durch den Anschluss an die Zen­tral­hei­zung ledig­lich in einen Zustand ver­setzt wer­de, wie er all­ge­mein üblich sei. Denn Grund­la­ge für die Beur­tei­lung ist nicht der im Zeit­punkt der Anmie­tung vor­han­de­ne Zustand (mit einem Ein­zel­ofen und einem Gamat-Heiz­ge­rät), son­dern der gegen­wär­ti­ge Zustand ein­schließ­lich der vom Mie­ter recht­mä­ßig vor­ge­nom­me­nen Ver­än­de­run­gen. Die Rege­lung des § 554 Abs. 2 Satz 4 BGB soll im Inter­es­se der Ver­bes­se­rung der all­ge­mei­nen Wohn­ver­hält­nis­se ver­hin­dern, dass eine Moder­ni­sie­rung, mit der ledig­lich ein all­ge­mein übli­cher Stan­dard erreicht wird, im Hin­blick auf per­sön­li­che Här­te­fall­grün­de unter­bleibt. Die­se Ziel­set­zung gebie­tet es, einen vom Mie­ter recht­mä­ßig geschaf­fe­nen Zustand zu berück­sich­ti­gen, der die­sem Stan­dard bereits ent­spricht.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Sache an das Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen, damit die­ses prüft, ob der Anschluss der Woh­nung der Beklag­ten an die Zen­tral­hei­zung zu einer Ener­gie­ein­spa­rung gegen­über dem vor­han­de­nen Zustand (Gas­eta­gen­hei­zung) führt und ob eine Här­te im Sin­ne des § 554 Abs. 2 Satz 2 BGB vor­liegt.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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