(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben ent­schie­den, dass ein Wald­be­sit­zer kei­ne Haf­tung für die Ver­let­zung eines Spa­zier­gän­gers durch einen her­ab­stür­zen­den Ast trifft, da es sich hier um eine „wald­ty­pi­sche” Gefahr han­delt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 2.10.2012 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. VI ZR 311/11.

Die Klä­ge­rin nimmt die Beklag­ten wegen eines Unfalls bei einem Wald­spa­zier­gang auf Scha­dens­er­satz in Anspruch. Als die Klä­ge­rin im Juli 2006 bei sehr war­mem Wet­ter und leich­tem Wind auf einem Forst­wirt­schafts­weg durch ein Wald­grund­stück der Beklag­ten zu 1 ging, brach von einer cir­ca 5 m neben dem Weg ste­hen­den Eiche ein lan­ger Ast ab und traf sie am Hin­ter­kopf. Sie erlitt eine schwe­re Hirn­schä­di­gung. Der Beklag­te zu 2 ist Diplom-Forst­wirt und bei der Beklag­ten zu 1 für den Bereich des Wald­grund­stücks zustän­dig.

Das Land­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Auf die Beru­fung der Klä­ge­rin hat das Ober­lan­des­ge­richt den Schmer­zens­geld­an­spruch dem Grun­de nach für gerecht­fer­tigt erklärt und dem Fest­stel­lungs­an­trag statt­ge­ge­ben. Nach sei­ner Auf­fas­sung ist auch ein pri­va­ter Wald­be­sit­zer, der weiß, dass sein Wald von Erho­lungs­su­chen­den fre­quen­tiert wird, zumin­dest ein­ge­schränkt ver­kehrs-siche­rungs­pflich­tig. Er sei gehal­ten, in gele­gent­li­chen Bege­hun­gen die am Ran­de der Erho­lungs­we­ge ste­hen­den Bäu­me zu kon­trol­lie­ren und ein­zu­schrei­ten, wenn sich ihm kon­kre­te Anhalts­punk­te für eine beson­de­re, unmit­tel­ba­re Gefähr­dung böten. Die­se Vor­aus­set­zun­gen hat das Ober­lan­des­ge­richt im Streit­fall bejaht, da von dem unfall­ver­ur­sa­chen­den Baum schon lan­ge eine aku­te Gefahr aus­ge­gan­gen sei. Die­se hät­te ein geschul­ter Baum­kon­trol­leur bei einer Sicht­kon­trol­le vom Boden aus erken­nen müs­sen.

Auf die Revi­sio­nen der Beklag­ten hat der für das Scha­dens­er­satz­recht zustän­di­ge VI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs die Kla­ge abge­wie­sen, so Klar­mann. Er hat eine Haf­tung der Beklag­ten ver­neint.

Nach den im Ein­klang mit § 14 BWaldG erlas­se­nen lan­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten (hier: § 25 des Wald­ge­set­zes für das Saar­land) ist das Betre­ten des Wal­des zu Erho­lungs­zwe­cken jeder­mann gestat­tet. Die Benut­zung des Wal­des geschieht jedoch auf eige­ne Gefahr. Dem Wald­be­sit­zer, der das Betre­ten des Wal­des dul­den muss, sol­len dadurch kei­ne beson­de­ren Sorg­falts- und Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten erwach­sen. Er haf­tet des­halb nicht für wald­ty­pi­sche Gefah­ren, son­dern nur für sol­che Gefah­ren, die im Wald aty­pisch sind. Dazu zäh­len ins­be­son­de­re die Gefah­ren, die nicht durch die Natur bedingt sind. Die Gefahr eines Ast­ab­bruchs ist dage­gen grund­sätz­lich eine wald­ty­pi­sche Gefahr. Sie wird nicht des­halb, weil ein geschul­ter Baum­kon­trol­leur sie erken­nen kann, zu einer im Wald aty­pi­schen Gefahr, für die der Wald­be­sit­zer ein­zu­ste­hen hät­te.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben ent­schie­den, dass ein Wald­be­sit­zer kei­ne Haf­tung für die Ver­let­zung eines Spa­zier­gän­gers durch einen her­ab­stür­zen­den Ast trifft, da es sich hier um eine „wald­ty­pi­sche” Gefahr han­delt.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 2.10.2012 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. VI ZR 311/11.

Die Klä­ge­rin nimmt die Beklag­ten wegen eines Unfalls bei einem Wald­spa­zier­gang auf Scha­dens­er­satz in Anspruch. Als die Klä­ge­rin im Juli 2006 bei sehr war­mem Wet­ter und leich­tem Wind auf einem Forst­wirt­schafts­weg durch ein Wald­grund­stück der Beklag­ten zu 1 ging, brach von einer cir­ca 5 m neben dem Weg ste­hen­den Eiche ein lan­ger Ast ab und traf sie am Hin­ter­kopf. Sie erlitt eine schwe­re Hirn­schä­di­gung. Der Beklag­te zu 2 ist Diplom-Forst­wirt und bei der Beklag­ten zu 1 für den Bereich des Wald­grund­stücks zustän­dig.

Das Land­ge­richt hat die Kla­ge abge­wie­sen. Auf die Beru­fung der Klä­ge­rin hat das Ober­lan­des­ge­richt den Schmer­zens­geld­an­spruch dem Grun­de nach für gerecht­fer­tigt erklärt und dem Fest­stel­lungs­an­trag statt­ge­ge­ben. Nach sei­ner Auf­fas­sung ist auch ein pri­va­ter Wald­be­sit­zer, der weiß, dass sein Wald von Erho­lungs­su­chen­den fre­quen­tiert wird, zumin­dest ein­ge­schränkt ver­kehrs-siche­rungs­pflich­tig. Er sei gehal­ten, in gele­gent­li­chen Bege­hun­gen die am Ran­de der Erho­lungs­we­ge ste­hen­den Bäu­me zu kon­trol­lie­ren und ein­zu­schrei­ten, wenn sich ihm kon­kre­te Anhalts­punk­te für eine beson­de­re, unmit­tel­ba­re Gefähr­dung böten. Die­se Vor­aus­set­zun­gen hat das Ober­lan­des­ge­richt im Streit­fall bejaht, da von dem unfall­ver­ur­sa­chen­den Baum schon lan­ge eine aku­te Gefahr aus­ge­gan­gen sei. Die­se hät­te ein geschul­ter Baum­kon­trol­leur bei einer Sicht­kon­trol­le vom Boden aus erken­nen müs­sen.

Auf die Revi­sio­nen der Beklag­ten hat der für das Scha­dens­er­satz­recht zustän­di­ge VI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs die Kla­ge abge­wie­sen, so Klar­mann. Er hat eine Haf­tung der Beklag­ten ver­neint.

Nach den im Ein­klang mit § 14 BWaldG erlas­se­nen lan­des­recht­li­chen Vor­schrif­ten (hier: § 25 des Wald­ge­set­zes für das Saar­land) ist das Betre­ten des Wal­des zu Erho­lungs­zwe­cken jeder­mann gestat­tet. Die Benut­zung des Wal­des geschieht jedoch auf eige­ne Gefahr. Dem Wald­be­sit­zer, der das Betre­ten des Wal­des dul­den muss, sol­len dadurch kei­ne beson­de­ren Sorg­falts- und Ver­kehrs­si­che­rungs­pflich­ten erwach­sen. Er haf­tet des­halb nicht für wald­ty­pi­sche Gefah­ren, son­dern nur für sol­che Gefah­ren, die im Wald aty­pisch sind. Dazu zäh­len ins­be­son­de­re die Gefah­ren, die nicht durch die Natur bedingt sind. Die Gefahr eines Ast­ab­bruchs ist dage­gen grund­sätz­lich eine wald­ty­pi­sche Gefahr. Sie wird nicht des­halb, weil ein geschul­ter Baum­kon­trol­leur sie erken­nen kann, zu einer im Wald aty­pi­schen Gefahr, für die der Wald­be­sit­zer ein­zu­ste­hen hät­te.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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