(Kiel) Der für das Gesell­schafts­recht zustän­di­ge II. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat soeben ent­schie­den, dass bei der Ver­ein­ba­rung einer quo­ta­len Haf­tung der Gesell­schaf­ter einer Gesell­schaft bür­ger­li­chen Rechts Leis­tun­gen aus dem Gesell­schafts­ver­mö­gen die Haf­tung der Gesell­schaf­ter nicht auto­ma­tisch ver­min­dern.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb‑, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter-ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Urtei­le des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 8. Febru­ar 2011 – II ZR 243/09 und II ZR 263/09.

In den bei­den ent­schie­de­nen Ver­fah­ren nah­men die den Fonds finan­zie­ren­den Ban­ken die Fonds­ge­sell­schaf­ter per­sön­lich auf Rück­zah­lung in Anspruch. In den Dar­le­hens­ver­trä­gen war ver­ein­bart, dass die Gesell­schaf­ter ent­spre­chend ihrem Anteil am Gesell­schafts­ver­mö­gen per­sön­lich haf­ten (quo­ta­le Haf­tung). Nach­dem die Fonds in Zah­lungs­ver­zug gera­ten waren, kün­dig­ten die Ban­ken die Kre­di­te. Sie ver­wer­te­ten die Fonds­grund­stü­cke. Die Par­tei­en strei­ten dar­über, ob und in wel­chem Umfang die Erlö­se auf die per­sön­li­che Haf­tung der Gesell­schaf­ter anzu­rech­nen sind.

Das Ober­lan­des­ge­richt Frank­furt am Main hat ange­nom­men, bei einer quo­ta­len Haf­tung müs­se die Bank den Erlös aus der Ver­wer­tung des Grund­stücks antei­lig zu Guns­ten der Gesell­schaf­ter berück­sich­ti­gen. Das Kam­mer­ge­richt in Ber­lin hat in einem ähn­lich gela­ger­ten Fall die Ver­trä­ge aus­ge­legt, dass dar­in kei­ne antei­li­ge Anrech­nung der Erlö­se ver­ein­bart war und die Haf­tungs­sum­me der ein­zel­nen Gesell­schaf­ter unver­än­dert blieb.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Ent­schei­dung des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt am Main auf­ge­ho­ben und die Revi­si­on gegen das Urteil des Kam­mer­ge­richts zurück­ge­wie­sen, betont Dr. Gie­se­ler.

Ob die Erlö­se aus der Ver­wer­tung des Gesell­schafts­ver­mö­gens antei­lig die Haf­tung jedes Gesell­schaf­ters min­dern, hängt von den zwi­schen den Par­tei­en getrof­fe­nen Ver­ein­ba­run­gen ab. Die quo­ta­le Haf­tung ist kein gesetz­lich gere­gel­tes Haf­tungs­kon­zept, so dass die Ver­trags­par­tei­en in der Gestal­tung frei sind. Da in bei­den ent­schie­de­nen Fäl­len die Ver­trä­ge kei­ne Anrech­nung der Erlö­se vor­sa­hen, ver­min­der­ten hier die Ein­nah­men aus der Grund­stücks­ver­wer­tung den Umfang der per­sön­li­chen Haf­tung der Gesell­schaf­ter nicht.

Gie­se­ler mahn­te, dies beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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