(Kiel) Wer in einem Schwimm­bad grund­le­gen­de und jedem Bade­gast ein­leuch­ten­de Regeln und Sicher­heits­vor­keh­run­gen miss­ach­tet, haf­tet bei einem dadurch aus­ge­lös­ten Bade­un­fall für den Scha­den.

Klet­tert etwa ein Besu­cher in einem Frei­zeit­bad im Aus­lauf­be­reich von unten in eine Was­ser­rut­sche und blo­ckiert damit deren Aus­lauf, han­delt er min­des­tens fahr­läs­sig. Er haf­tet für die Ver­let­zun­gen, die ein Bade­gast erlei­det, der die Was­ser­rut­sche ord­nungs­ge­mäß benutzt und von oben kom­mend mit dem Blo­ckie­rer kol­li­diert.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Koblenz vom 6.07.2012 zu sei­nem Urteil des vom 21. Juni 2012; Az: 2 U 271/11, mit dem die­ses ein ent­spre­chen­des Urteil des Land­ge­richts Koblenz bestä­tig­te Der Senat sprach dem Klä­ger, der bei dem Unfall ins­be­son­de­re eine Teil­frak­tur des Schien­bein­kop­fes erlitt, u.a. ein Schmer­zens­geld in Höhe von 5.000,- € zu.

Der Unfall ereig­ne­te sich in einem Frei­zeit­bad im Land­kreis Neu­wied im Febru­ar 2006. Der Klä­ger nutz­te ord­nungs­ge­mäß eine Was­ser­rut­sche, die so steil ver­lief, dass der Benut­zer nahe­zu im frei­en Fall unten ankam. Das Aus­lauf­be­cken im Kel­ler des Bades war nach bei­den Sei­ten hin durch Absperr­git­ter mit einer Glas­fül­lung gesi­chert. Zudem befand sich am Ende noch ein Dreh­kreuz, das sich bestim­mungs­ge­mäß nur in eine Rich­tung dre­hen ließ und damit ein Betre­ten des Aus­lauf­be­ckens ver­hin­dern soll­te. Die bei­den 38- bzw. 34-jäh­ri­gen Beklag­ten, die das Frei­zeit­bad zum ers­ten Mal besuch­ten, folg­ten einer im Hal­len­bad­be­reich ange­brach­ten Beschil­de­rung mir der Auf­schrift „Schatz­in­sel” und gelang­ten so in den Raum mit den Aus­lauf­be­cken. Sie stie­gen in das Aus­lauf­be­cken und krab­bel­ten sodann in die Röh­re. Nach ihrem Vor­trag waren sie sich über die Bedeu­tung der Röh­ren nicht im Kla­ren. In die­sem Moment rutsch­te der Klä­ger die Steil­rut­sche hin­un­ter und prall­te mit vol­ler Wucht auf die Beklag­te. Alle Betei­lig­ten ver­letz­ten sich bei dem Vor­fall.

Bereits das Land­ge­richt Koblenz stell­te die unein­ge­schränk­te Haf­tung der Beklag­ten fest, die nun vom Ober­lan­des­ge­richt bestä­tigt wur­de, so Klar­mann.

Der Senat führ­te aus, die Beklag­ten hät­ten bei der Benut­zung der Rut­sche grund­le­gen­de und jeder­mann ein­leuch­ten­de Regeln und Sicher­heits­vor­keh­run­gen miss­ach­tet. Durch das Blo­ckie­ren des Rut­schen­aus­laufs hät­ten sie fahr­läs­sig die Kör­per­ver­let­zung des Klä­gers ver­ur­sacht.

Für die erheb­li­chen und auch dau­er­haf­ten Schä­den am rech­ten Knie hält der Senat ein Schmer­zens­geld in Höhe von 5.000,- € für ange­mes­sen. Die Fol­gen des Bruchs des äuße­ren Schien­bein­kop­fes und des Knor­pel­scha­dens füh­ren dau­er­haft zu einer erheb­li­chen Bewe­gungs­be­ein­träch­ti­gung des Klä­gers. Nach noch­ma­li­ger sach­ver­stän­di­ger Begut­ach­tung zu den Ver­let­zungs­fol­gen änder­te der Senat in die­sem Punkt die Ent­schei­dung des Land­ge­richts ab, das die Ver­let­zung für fol­gen­los ver­heilt gehal­ten und daher nur ein Schmer­zens­geld von 3.000,- € zuge­spro­chen hat­te.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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