(Brühl) In Zei­ten der glo­ba­len Finanz­kri­se und täg­lich fal­len­der Akti­en­kur­se wer­den auch Anle­ger immer ner­vö­ser. Ins­be­son­de­re dann, wenn anstel­le des erhoff­ten Gewinns ein Total­ver­lust zu ver­zeich­nen ist, wer­den schnell Schul­di­ge gesucht und immer häu­fi­ger auch gefun­den. Dabei tre­ten die Ban­ken als Anla­ge­ver­mitt­ler immer häu­fi­ger ins Visier der Anle­ger und wer­den vor Gericht auf Scha­den­er­satz ver­klagt.

Das dies oft auch von Erfolg gekrönt ist, so der Köl­ner Steu­er­fach­an­walt und Fach­an­walt fuer Bank- und Kapi­tal­markt­recht  Prof. Dr. Tho­mas Zacher, Vize­prä­si­dent der Deut­schen Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Brühl, zei­ge wie­der ein­mal ein soeben bekannt gewor­de­nes Urteil des Ober­lan­des­ge­richts (OLG) Olden­burg vom 24.09.2008 – AZ.: 3 U 54/07 -. In dem aus­ge­ur­teil­ten Fall hat­te ein Anle­ger sei­ne Bank als Kre­dit­ver­mitt­le­rin auf Scha­den­er­satz in Anspruch genom­men, nach­dem er auf Rat eines Bank­mit­ar­bei­ters eine Ein­la­ge von 25.000 Euro an einer Pro­duk­ti­ons- und Ver­mark­tungs­ge­sell­schaft fuer Kino- und Fern­seh­fil­me gezeich­net hat­te, die nahe­zu zu einem Total­ver­lust führ­te. Das OLG hat die Bank nun in zwei­ter Instanz zur Zah­lung von Scha­den­er­satz ver­ur­teilt, so Zacher. Zur Begrün­dung habe das Gericht aus­ge­führt, dass die Bank in dem vor­lie­gen­den Fall ihre Bera­tungs­pflich­ten als Anla­ge­be­ra­te­rin ver­letzt habe. Neh­me ein Anla­ge­in­ter­es­sent bei einer kon­kre­ten Anla­ge­ent­schei­dung die Hil­fe eines Kre­dit­in­sti­tuts in Anspruch und las­se sich die­ses auf die Bera­tung ein, kom­me nach stän­di­ger Recht­spre­chung und Lite­ra­tur auch ohne ent­spre­chen­de  Abre­de und ohne Ver­ein­ba­rung eines Ent­gelts ein Bera­tungs­ver­trag zustan­de. Ein „still­schwei­gen­der“ Ver­trags­schluss sei bereits dann zu beja­hen, wenn der Bera­ter erken­ne, dass der Kun­de das Ergeb­nis der Bera­tung zur Grund­la­ge einer Anla­ge­ent­schei­dung machen will. Nach Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs habe die­ser den Kun­den über alle für die Anla­ge­ent­schei­dung wesent­li­chen Umstän­de zu infor­mie­ren, die erteil­ten Infor­ma­tio­nen fach­kun­dig zu bewer­ten und zu beur­tei­len. Ein Bank­mit­ar­bei­ter schul­de dem Kun­den danach eine anle­ger­ge­rech­te und objekt­ge­rech­te Bera­tung. Dabei bera­te ein Ban­ken­mit­ar­bei­ter den Kun­den nur dann „anle­ger­ge­recht“, wenn die­ser das Anle­ger­ziel des Kun­den und sein ein­schlä­gi­ges Fach­wis­sen abklä­re. Eine Auf­klä­rungs­pflicht bestehe dann, wenn der Auf­trag vom Anla­ge­ziel des Kun­den oder sei­nem bis­he­ri­gem Risi­ko­pro­fil abweicht. Auch ein Anle­ger, der bereits sei, hohe Risi­ken ein­zu­ge­hen, habe nach einer wei­te­ren Ent­schei­dung des BGH Anspruch auf zutref­fen­de Infor­ma­tio­nen, ins­be­son­de­re wenn die Bera­tung eine fuer den Anle­ger neue Form der Betei­li­gung zum Gegen­stand habe, betont Zacher. Er emp­fahl des­halb, sich vor Anla­ge­ent­schei­dun­gen gründ­lich und umfas­send zu infor­mie­ren und sich vor allen Din­gen zum Zwe­cke der Rechts­si­cher­heit unbe­dingt schrift­li­che Unter­la­gen sowie ggfs. auch Bestä­ti­gun­gen  zur Anla­ge­form aus­hän­di­gen zu las­sen.


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