(Kiel) In jüngs­ter Zeit begeg­nen den Gerich­ten zuneh­mend Fäl­le, in denen Bau­spar­kas­sen, wie u.a. die Deut­sche Bank Bau­spar AG, zumeist noch in den 1990er Jah­ren geschlos­se­ne Bau­spar­ver­trä­ge vor­zei­tig kün­di­gen. Bei Über­prü­fung der Sach- und Rechts­la­ge stellt sich jedoch häu­fig her­aus, dass die Kün­di­gung der Bau­spar­ver­trä­ge unwirk­sam ist.

Bei einem Bau­spar­ver­trag, so der Frank­fur­ter Fach­an­walt für Bank- und Kapi­tal­markt­recht Klaus Hün­lein von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, han­delt es sich um einen gegen­sei­ti­gen, auf län­ger­fris­ti­ge Bin­dung ange­leg­ten Dar­le­hens­ver­trag, dem die Beson­der­heit inne­wohnt, dass Bau­spar­kas­se und Bau­spa­rer ihre jewei­li­ge Rol­le als Dar­le­hens­ge­ber bzw. Dar­le­hens­neh­mer mit der Inan­spruch­nah­me des Bau­spar­lehns tau­schen. Die Bau­spar­kas­se ist dann in die­sen Fäl­len jeweils Dar­le­hens­neh­mer.

Für die Kün­di­gung gel­ten die sei­ner­zeit ver­ein­bar­ten Ver­trags­be­din­gun­gen (ABB), die jedoch i.d.R. kein ein­sei­ti­ges Kün­di­gungs­recht der Bau­spar­kas­se für den Fall der voll­stän­di­gen Bespa­rung des Bau­spar­ver­trags vor­se­hen. Danach kann nur der Bau­spa­rer, nicht aber die Kas­se ordent­lich kün­di­gen, zumal nach den ABB der Bau­spar­ver­trag fort­ge­setzt wird, wenn der Bau­spa­rer die Zutei­lung nicht annimmt. Dies gilt auch für den Fall, dass die Bau­spar­sum­me erreicht ist.

Selbst wenn jedoch der Bau­spar­kas­se ein Recht zur Kün­di­gung eines voll bespar­ten Bau­spar­ver­trags zustün­de, kann ein Dar­le­hen mit gebun­de­nem Soll­zins – was den Regel­fall dar­stellt – frü­hes­tens 10 Jah­re nach dem voll­stän­di­gen Emp­fang des Dar­le­hens unter Ein­hal­tung einer Kün­di­gungs­frist von sechs Mona­ten gekün­digt wer­den. Ein gebun­de­ner Soll­zins liegt vor, wenn über die gesam­te Ver­trags­lauf­zeit ein Soll­zins­satz ver­ein­bart ist, der als fest­ste­hen­de Pro­zent­zahl aus­ge­drückt wird.

Trotz die­ser kla­ren Rechts­la­ge, so Hün­lein, ver­su­chen Bau­spar­kas­sen zuneh­mend, sich mit vor­zei­ti­gen Kün­di­gun­gen von aus ihrer Sicht unren­ta­blen – weil mit zu hoher Ver­zin­sung ver­se­hen – Bau­spar­ver­trä­gen zu lösen. In sol­chen Fäl­len haben Kun­den die Mög­lich­keit, der Kün­di­gung zu wider­spre­chen und not­falls auch gericht­lich die Unwirk­sam­keit einer sol­chen Kün­di­gung fest­stel­len zu las­sen.

Rechts­an­walt Hün­lein emp­fahl, dies zu beach­ten und in Zwei­fels­fäl­len um recht­li­chen Rat nach­zu­su­chen, wozu er u. a. auch auf die auf Bank- und Kapi­tal­markt­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te/-innen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

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Klaus Hün­lein
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