(Kiel)  Ent­ste­hen dem Beam­ten Kos­ten für die Behand­lung durch einen Heil­prak­ti­ker, so darf der Dienst­herr nicht sche­ma­tisch nur den Min­dest­satz des im April 1985 gel­ten­den Gebüh­ren­ver­zeich­nis­ses für Heil­prak­ti­ker als bei­hil­fe­fä­hig aner­ken­nen.

Das, so der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Arbeits- und Erbrecht Micha­el Henn, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat das Bun­des­ver­wal­tungs­ge­richt in Leip­zig am 12.11.2009 ent­schie­den – Az.: 2 C 61.08.


Die Bei­hil­fe­vor­schrif­ten sehen zwar vor, dass auch für die Leis­tun­gen der Heil­prak­ti­ker Bei­hil­fe gewährt wer­den muss. Sie begren­zen die Bei­hil­fe­fä­hig­keit aber auf Beträ­ge, die in einer 1985 durch­ge­führ­ten Umfra­ge unter den in der Bun­des­re­pu­blik nie­der­ge­las­se­nen Heil­prak­ti­kern als unte­re Gren­ze des durch­schnitt­li­chen Hono­rar­rah­mens ermit­telt und seit­dem nie fort­ge­schrie­ben wor­den sind. Die­se Beträ­ge ent­spre­chen nicht den rea­len und ange­mes­se­nen Gebüh­ren­for­de­run­gen der Heil­prak­ti­ker. Die Begren­zung führt bei der Behand­lung erkrank­ter Beam­ter und ihrer Ange­hö­ri­gen durch Heil­prak­ti­ker prak­tisch zum Bei­hil­fe­aus­schluss. Hier­in liegt ein nicht gerecht­fer­tig­ter Wider­spruch zur grund­sätz­li­chen Ent­schei­dung, Bei­hil­fe auch für Heil­prak­ti­kerleis­tun­gen zu gewäh­ren.


Der Senat hat die Bun­des­re­pu­blik ver­pflich­tet, über die Ange­mes­sen­heit der Auf­wen­dun­gen für Heil­prak­ti­kerleis­tun­gen unab­hän­gig vom Min­dest­satz erneut zu ent­schei­den.


Henn mahn­te, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de

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