(Kiel) Wer beim Ver­kauf sei­ner Waren ver­pflich­tet ist, neben dem End­preis auch den Grund­preis anzu­ge­ben, muss die­sen, sofern er sei­ne Pro­duk­te über das Inter­net­han­dels­por­tal ebay ver­treibt, bereits in der Ange­bots­über­sicht und nicht erst in der Arti­kel­be­schrei­bung mit­tei­len.

Dar­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Fach­an­walt für Gewerb­li­chen Rechts­schutz und Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie­recht Horst Leis, LL.M. von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Land­ge­richts (LG) Ham­burg vom 24.11.2011 zu sei­nem Urteil vom glei­chen Tage – Az.: 327 O 196/11.

Die bun­des­weit gel­ten­de Preis­an­ga­ben­ver­ord­nung regelt, dass beim gewerbs- oder geschäfts­mä­ßi­gen Ver­kauf an End­ver­brau­cher für vie­le Pro­duk­te unmit­tel­bar neben dem End­preis auch der Grund­preis ange­ben wer­den muss. Der Grund­preis beschreibt den Preis pro Men­gen­ein­heit (z.B. € pro 1 Kilo­gramm). Ziel der gesetz­li­chen Rege­lung ist es, den Ver­brau­chern einen opti­ma­len Preis­ver­gleich zu ermög­li­chen.

In dem vom Land­ge­richt ent­schie­de­nen Fall strit­ten die Par­tei­en über die Fra­ge, an wel­cher Stel­le der Grund­preis ange­ge­ben wer­den muss, wenn Waren über die Inter­net­han­dels­platt-form ebay ver­kauft wer­den. Die­se bis­lang noch nicht gericht­lich ent­schie­de­ne Fra­ge ist von erheb­li­cher prak­ti­scher Bedeu­tung für den gewerb­li­chen Inter­net­han­del.

Die Beklag­te hat­te bei ebay u.a. Scho­ko­la­den­tä­fel­chen ange­bo­ten, im Rah­men der Ange-bots­über­sicht aller­dings nur den End- und nicht den Grund­preis ange­ge­ben. Auch wenn der Kun­de aus der Ange­bots­über­sicht das Ein­zel­an­ge­bot auf­rief, befand sich neben dem „Sofort Kaufen”-Button zwar der End­preis, der Grund­preis wur­de jedoch erst wei­ter unten auf der Sei­te im Rah­men der Arti­kel­be­schrei­bung mit­ge­teilt. Die Beklag­te argu­men­tier­te, es kön­ne davon aus­ge­gan­gen wer­den, dass der Nut­zer immer auch die Arti­kel­be­schrei­bung lese. Wenn dort der Grund­preis mit­ge­teilt wer­de, sei das aus­rei­chend.

Dies sah die zustän­di­ge Wett­be­werbs­kam­mer des Land­ge­richts anders, so Leis:

Nach der Recht­spre­chung des Bun­des­ge­richts­hofs müs­se der Ver­brau­cher grund­sätz­lich in der Lage sein, bei­de Prei­se auf einen Blick wahr­zu­neh­men. Hier­aus erge­be sich, dass der Grund­preis bereits bei der Prä­sen­ta­ti­on von Waren­an­ge­bo­ten im Rah­men der Ange­bots­über­sich­ten genannt wer­den müs­se. Aber auch bei der Arti­kel­be­schrei­bung sei es nicht aus­rei­chend, den Grund­preis klein­ge­druckt und fern­ab des End­prei­ses zu nen­nen. Erfor­der­lich sei viel­mehr, dass der Grund­preis im Ver­gleich zur übri­gen Beschrei­bung klar her­vor­ge­ho­ben und für den Nut­zer unüber­seh­bar posi­tio­niert wer­de.

Das Urteil ist noch nicht rechts­kräf­tig.

Leis emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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