(Kiel) Jahr für Jahr wer­den allein im Ham­bur­ger Hafen con­tai­ner­wei­se gefälsch­te Turn­schu­he, T-Shirts oder auch Medi­ka­men­ten­pla­gia­te mit Pla­ce­bo-Effekt sicher gestellt. Daß durch die­se ille­ga­len Ein­fuh­ren oft gan­ze Indus­trie­zwei­ge zusam­men­bre­chen, ist Ver­brau­chern oft genug nicht bewußt.

Das Aus­maß von Pro­dukt­fäl­schun­gen und Pira­te­rie und den damit ein­her­ge­hen­den wirt­schaft­li­chen Kon­se­quen­zen ist um ein Viel­fa­ches höher als Vie­le mei­nen und vor allem ekla­tan­ter als Vie­le es wahr­ha­ben wol­len, betont der Münch­ner Paten­an­walt Wolf­gang Gros­se von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel. Pro­dukt­fäl­scher beu­ten frem­des geis­ti­ges Eigen­tum aus und kopie­ren und ver­viel­fäl­ti­gen gezielt Pro­duk­te, ohne dar­auf Rück­sicht zu neh­men, ob die­se von den recht­mä­ßi­gen Her­stel­lern durch regis­trier­te gewerb­li­che Schutz­rech­te geschützt wur­den. Mar­ken­pi­ra­ten benut­zen auf ille­ga­le Wei­se Zei­chen, Namen, Logos und Fir­men­na­men von eta­blier­ten Unter­neh­men. Dem Schutz­rechts­in­ha­ber ent­ste­he dadurch nicht nur ein beacht­li­cher wirt­schaft­li­cher- und Ruf­scha­den, son­dern der gewerb­li­che Rechts­schutz und sei­ne Inves­ti­tio­nen wür­den ad absur­dum geführt, wenn die ihnen zur Ver­fü­gung ste­hen­den Maß­nah­men nicht genutzt wer­den, um der Pira­te­rie wirk­sam ent­ge­gen zu tre­ten.


Hier­bei, so ergänzt sei­ne Kanz­lei­kol­le­gin, die auf gewerb­li­chen Rechts­schutz spe­zia­li­sier­te Rechts­an­wäl­tin Gunil­la von Kemp­ski, gehen Pro­dukt­fäl­scher und Mar­ken­pi­ra­ten immer skru­pel­lo­ser vor. Sie über­schwem­men den Markt nicht nur mit gefälsch­ten Kos­me­tik­ar­ti­keln oder Tex­ti­li­en, son­dern auch mit gefälsch­ten Fahr­zeug­tei­len, gefälsch­ten Arz­nei­mit­teln, gefälsch­ten Nah­rungs­mit­teln, gefälsch­ter Com­pu­ter­soft­ware und gefälsch­ten Elek­tro­ar­ti­keln. Die Fol­ge sei, dass Pla­gia­te nicht nur dem Ori­gi­nal­erzeug­nis scha­den, son­dern auch ein gro­ßes Risi­ko für die Gesund­heit der Ver­brau­cher dar­stell­ten. Eine beson­de­re Rol­le spiel­ten in die­sem Zusam­men­hang feh­ler­haf­te Pro­duk­te und Ein­zel­tei­le von Pro­duk­ten, da es auf­grund der schlech­ten Qua­li­tät die­ser Pla­gia­te oft genug zu Fäl­len von Pro­dukt­haf­tungs­an­sprü­chen oder Strei­tig­kei­ten bezüg­lich der Garan­tie kom­me, unter wel­chen das Mar­ken­image einer Fir­ma stark in Mit­lei­den­schaft gezo­gen wer­de.


Dabei gibt es durch­aus wirk­sa­me Mög­lich­kei­ten, wie man Fäl­schun­gen auf viel ver­spre­chen­de Wei­se bekämp­fen kann, betont von Kemp­ski.  Eine bis­her lei­der noch zu sel­ten genutz­te Mög­lich­keit sei, daß ein Unter­neh­men unmit­tel­bar nach Ertei­lung eines Patents, der Ein­tra­gung eines Gebrauchs­mus­ters, einer Mar­ke oder eines Geschmacks­mus­ters  einen Antrag auf ein grenz­über­schrei­ten­des Beschlag­nah­mungs­ver­fah­ren stel­le, indem die ent­spre­chen­den Zoll­be­hör­den dar­über infor­miert wer­den, anhand wel­cher beson­de­ren Ein­zel­hei­ten die Pla­gia­te von den ori­gi­nal Pro­duk­ten zu unter­schei­den sind. Die­se Infor­ma­tio­nen wer­den dann in einem zen­tra­len Sys­tem gespei­chert, so dass alle Zoll­be­hör­den in der Lage sind, ihre jewei­li­ge Gren­ze ent­spre­chend zu über­wa­chen.


Einer der wich­tigs­ten Part­ner für Unter­neh­men, die auf oben genann­te Wei­se gegen Fäl­schun­gen kämp­fen, sei in Deutsch­land die deut­sche Zoll­be­hör­de mit ihrer Zen­tral­stel­le Gewerb­li­cher Rechts­schutz (ZGR) in Mün­chen. Die ZGR koor­di­nie­re grenz­über­schrei­ten­de Beschlag­nah­mungs­ver­fah­ren, die von jeder Fir­ma gebüh­ren­frei bean­tragt wer­den kön­nen. Die­se Ver­fah­ren ermög­lich­ten es den Zoll­be­hör­den, gefälsch­te Ware so schnell wie mög­lich aus dem Ver­kehr zu zie­hen. Die gefälsch­te Ware wird zurück­be­hal­ten und der Inha­ber des Schutz­rechts wird benach­rich­tigt. Kann der Inha­ber bewei­sen, dass die Pro­duk­te gefälscht sind, wer­den die­se ver­nich­tet, und eine Kla­ge gegen den Fäl­scher kann ein­ge­lei­tet wer­den.


Von Kemp­ski emfahl Unter­neh­men, ent­spre­chend spe­zia­li­sier­te Anwalts­kanz­lei­en damit zu beauf­tra­gen, effek­ti­ve grenz­über­schrei­ten­de Beschlag­nah­mungs­ver­fah­ren für ihr Unter­neh­men zu bean­tra­gen, so dass Fäl­schun­gen effi­zi­en­ter bekämpft wer­den kön­nen.  Einer Viel­zahl von Pro­dukt- und Mar­ken­pi­ra­ten kön­ne somit erfolg­reich das Hand­werk gelegt wer­den und die wirt­schaft­li­chen Schä­den ein­zel­ner Unter­neh­men, aber auch der Welt­wirt­schaft ins­ge­samt,  in Gren­zen gehal­ten wer­den. Auch wenn es für die­ses glo­ba­le Pro­blem lei­der kei­ne glo­ba­le Lösung gäbe, soll­te man den Pira­ten nicht kampf­los das Feld über­las­sen, beto­nen Gros­se und von Kemp­ski.


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Patent­an­walt Wolf­gang Gros­se
Rechts­an­wäl­tin Gunil­la von Kemp­ski
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