(Kiel) Die Beschäf­ti­gung von Kindern und Jugendlichen wirft ger­ade in Ferien­zeit­en immer wieder Fra­gen auf. Jugendliche bedür­fen auf­grund der kör­per­lichen und geisti­gen Entwick­lun­gen eines beson­deren Schutzes, ins­beson­dere vor Über­beanspruchung und vor den Gefahren am Arbeit­splatz. Die gesund­heitliche Entwick­lung darf nicht durch zu frühe und ungeeignete Arbeit­en gefährdet wer­den.

Die wesentlichen Regelun­gen dazu, so der Stuttgarter Recht­san­walt Friedrich Schöb­itz von der DASV Deutschen Anwalts- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e.V. mit Sitz in Kiel, sind im Jugen­dar­beitss­chutzge­setz (JArb­SchG) geregelt.
Die die prax­is­rel­e­van­testen Fragestel­lun­gen daraus hat der Autor nach­fol­gend in ein­er kurzen Über­sicht zusam­menge­fasst. Danach gelte:


• Kinder bis zu 13 Jahre: Absolutes Beschäf­ti­gungsver­bot
• Kinder 13 – 15 Jahre:
o Nur leichte und für Kinder geeignete Arbeit
o Max­i­mal 2 Stun­den pro Tag Arbeit­szeit (Land­wirtschaft 3 Stunden/Tag)
o Ein­willi­gung der Sorge­berechtigten erforder­lich
o Arbeit­szeitrah­men: nicht vor oder während des Schu­lun­ter­richts und nur in der Zeit von 8.00 – 18.00 Uhr


- Zuläs­sige Arbeit­en sind beispiel­sweise:
1. Aus­tra­gen von Wer­bung und Zeitschriften
2. Leichte Tätigkeit­en in Garten und Haushal­ten
3. Boten- und Einkauf­s­gänge
4. Babysit­ting und Ähn­lich­es
5. Hil­festel­lun­gen bei Sportver­anstal­tun­gen
6. Arbeit in land­wirtschaftlichen Betrieben


- Ungeeignet hinge­gen sind:
1. Arbeit­en, die mit dem Heben, Abset­zen, Schieben, Ziehen, Tra­gen und Bewe­gen von Las­ten ver­bun­den sind
2. Arbeit­en, die infolge der Kör­per­hal­tung physisch belas­tend sind
3. Tätigkeit­en mit erhöht­en Unfall­ge­fahren (man­gel­ndes Sicher­heits­be­wusst­sein und Erfahrung von Jugendlichen)
- Aus­nah­megenehmi­gung bei The­ater­vorstel­lun­gen, Musikauf­führun­gen, Wer­bev­er­anstal­tun­gen, Rund­funk- , Film- und Fotoauf­nah­men möglich
- Urlaub 30 Tage
- 5 Tage-Woche
- son­stige Ver­bote wie bei Jugendlichen (siehe unten)



• Jugendliche 15 – 18 Jahre


- Ver­bote:
1. Gefährliche Arbeit­en (z.B. sit­tliche Gefahren, erhöhte Unfall­ge­fahr, außergewöhn­liche Hitze, Nässe, etc.)
2. Akko­r­dar­beit
3. Samstags‑, Sonn-und Feiertagsar­beit
- Aus­nahme Sam­stag: Kranke­nanstal­ten, Alten-Pflege und Kinder­heime, offene Verkauf­sstellen, Bäckerei/Konditiorei, Frisör, Verkehr­swe­sen, Land­wirtschaft, Tier­hal­tung, Fam­i­lien­haushalt, Gast­stät­ten- und Schaustel­lergewerbe, Musikauf­führun­gen, etc., Sport, ärztlich­er Not­di­enst und Reparatur­w­erk­stät­ten für Kraft­fahrzeuge, etc.
- Aus­nahme Son­ntag: Kranke­nanstal­ten, Land­wirtschaft, Fam­i­lien­haushalt, Schaustel­lergewerbe, Musikauf­führung, Sport, ärztlich­er Not­di­enst und Gast­stät­tengewerbe.


- Arbeit­szeit:
1. 40 Stun­den-Woche
2. Max­i­mal 8,5 Stun­den pro Tag
3. 5 Tage-Woche
4. Schichtar­beit möglich, aber max­i­mal 10 Stun­den pro Tag Arbeit­szeit inkl. Pausen / Gast­stät­tengewerbe 11 Stun­den
5. Arbeit­szeitrah­men: 6.00 – 20.00 Uhr


• über 16 Jahre:
o Gast­stät­ten-/Schaustel­lergewerbe bis 22.00 Uhr
o Mehrschichtige Betriebe bis 23.00 Uhr
o Land­wirtschaft ab 5.00 Uhr bis 21.00 Uhr
o in Bäckereien/Konditoreien ab 5.00 Uhr


• Jugendliche über 17Jahre
o in Bäck­ereien ab 4.00 Uhr bei Beach­tung beson­der­er Ruhep­ausen und tägliche Freizeit min­destens 12 Stun­den


-  Urlaub:
-  Bis 16 Jahre 30 Tage
-  Bis 17 Jahre 27 Tage
-  Bis 18 Jahre 25 Tage
-  Freis­tel­lung zum Beruf­ss­chu­lun­ter­richt und für erforder­liche ärztliche Unter­suchun­gen

- Gesund­heitss­chutz
Erstun­ter­suchung erforder­lich neb­st Nach- und Ergänzungsuntersuchungen/ Abwe­ichung durch Tar­ifver­trag möglich

Detail­fra­gen, so betont Schöb­itz, seien jedoch immer vor­ab abzuk­lären und ver­wies bei aufk­om­menden rechtlichen Fra­gen dazu auch auf die Mit­glieder der DASV Deutsche Anwalts- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e.V. – www.mittelstands-anwaelte.de -

Für Rück­fra­gen ste­ht Ihnen der Autor gerne zur Ver­fü­gung


Recht­san­walt Friedrich Schöb­itz
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