(Kiel)  Das Abzugs­ver­bot für Wer­bungs­kos­ten gemäß § 12 Nr. 4 EStG greift nicht, wenn das Straf­ge­richt dem Steu­er­pflich­ti­gen zur Wie­der­gut­ma­chung des durch die Tat ver­ur­sach­ten Scha­dens eine Geld­auf­la­ge erteilt. Die Vor­schrift begrün­det nur für Auf­la­gen und Wei­sun­gen ein Abzugs­ver­bot, die als stra­f­ähn­li­che Sank­tio­nen die Auf­ga­be haben, Genug­tu­ung für das began­ge­ne Unrecht zu schaf­fen.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Steu­er­fach­an­walt Dr. Nor­bert  Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf ein am 08.04.2009 ver­öf­fent­lich­tes Urteil des Bun­des­fi­nanz­ho­fes vom 15. Janu­ar 2009, AZ.: VI R 37/06 -.


In dem Fall war der Klä­ger m Zusam­men­hang mit unzu­läs­si­gen Preis­ab­spra­chen unter Bau­fir­men durch rechts­kräf­ti­gem Urteil wegen ver­such­ten gemein­schaft­li­chen Betrugs und in zwei Fäl­len des Betrugs zu einer Gesamt­stra­fe von zehn Mona­ten auf Bewäh­rung ver­ur­teilt; gleich­zei­tig wur­de dem Klä­ger u.a. zur Auf­la­ge gemacht, zu Guns­ten eines Geschä­dig­ten als Scha­dens­wie­der­gut­ma­chung einen Geld­be­trag von 100 000 DM zu bezah­len. Der Klä­ger erfüll­te die Auf­la­ge am 18. Dezem­ber 2001, nach­dem ihm sein Arbeit­ge­ber einen ent­spre­chen­den Geld­be­trag zur Ver­fü­gung gestellt hat­te.


In der Ein­kom­men­steu­er­erklä­rung für das Streit­jahr setz­te der Klä­ger den ihm vom Arbeit­ge­ber erstat­te­ten Betrag in Höhe von 100 000 DM als zusätz­li­chen Arbeits­lohn an; ande­rer­seits mach­te er den an den Geschä­dig­ten bezahl­ten Betrag in Höhe von 100 000 DM als Wer­bungs­kos­ten bei sei­nen Ein­künf­ten aus nicht­selb­stän­di­ger Arbeit gel­tend, die vom Finanz­amt nicht berück­sich­tigt wur­den.


Das Finanz­ge­richt gab der nach erfolg­lo­sem Vor­ver­fah­ren erho­be­nen Kla­ge statt, woge­gen sich die Revi­si­on des Finanz­amts rich­te­te.


Die­se, so Gie­se­ler, hielt der Bun­des­fi­nanz­hof jedoch nun für unbe­grün­det.


Das Abzugs­ver­bot des § 12 Nr. 4 EStG grei­fe nur bei Auf­la­gen und Wei­sun­gen, die als stra­f­ähn­li­che Sank­tio­nen die Auf­ga­be haben, Genug­tu­ung für das began­ge­ne Unrecht zu schaf­fen. Zah­lun­gen zum Aus­gleich von Schä­den fal­len dage­gen nicht unter das Abzugs­ver­bot. Sol­che Zah­lun­gen sei­en nach den all­ge­mei­nen Grund­sät­zen als Betriebs­aus­ga­ben bzw. Wer­bungs­kos­ten abzugs­fä­hig. Dies gel­te auch für Auf­la­gen, die im straf­ge­richt­li­chen Ver­fah­ren zur Wie­der­gut­ma­chung von ver­ur­sach­ten Schä­den auf­er­legt wer­den.


Ein Betriebs­aus­ga­ben- oder Wer­bungs­kos­ten­ab­zug straf­ge­richt­lich auf­er­leg­ter Scha­dens­er­satz­zah­lun­gen füh­re auch nicht zu einer von der Rechts­ord­nung zu miss­bil­li­gen­den (Doppel-)Begünstigung eines Straf­tä­ters. Betrieb­lich oder beruf­lich ver­an­lass­ter Scha­dens­er­satz sei Erwerbs­auf­wand, der ein­künf­te­min­dernd zu berück­sich­ti­gen sei. Für die steu­er­li­che Beur­tei­lung mache es kei­nen Unter­schied, ob der Ersatz­an­spruch auf­la­gen­be­wehrt oder ohne straf­rich­ter­li­che Auf­la­ge erfüllt wer­de.


Gie­se­ler emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de


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