(Kiel) Eine Ent­schei­dung des Bun­des­fi­nanz­hofs vom 22.09.2009, IX R 31/07 u.a., sorgt für Auf­se­hen im Krei­se der Sys­tem­ad­mi­nis­tra­to­ren.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt und Lehr­be­auf­trag­te für Arbeits­recht Ste­fan Engel­hardt, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter Ham­burg der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel.


Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te in die­ser Ent­schei­dung zum Aus­druck gebracht, dass ein als Sys­tem­ad­mi­nis­tra­tor täti­ger Diplom­in­ge­nieur für tech­ni­sche Infor­ma­tik einen frei­en Beruf aus­üben kann. Glei­ches gilt für Auto­di­dak­ten, die über Kennt­nis­se und Fähig­kei­ten ver­fü­gen, die in Brei­te und Tie­fe denen eines Diplom­in­for­ma­ti­kers ent­spre­chen und die als Lei­ter von IT-Pro­jek­ten tätig sind oder Betriebs- und Daten­über­tra­gungs­sys­te­me ein­rich­ten und betreu­en.


Mit die­ser Ent­schei­dung hat der Bun­des­fi­nanz­hof für den tech­ni­schen Bereich der EDV den Kreis der inge­nieur­ähn­li­chen Tätig­kei­ten und somit der frei­be­ruf­li­chen Tätig­kei­ten erwei­tert.


• Im Ver­fah­ren VIII R 31/07 hat­te ein Diplom­in­ge­nieur für tech­ni­sche Infor­ma­tik geklagt,
• Im Ver­fah­ren VIII R 63/06 hat­te der Klä­ger an einer Fach­hoch­schu­le für EDV die staat­li­che Prü­fung zum Betriebs­wirt EDV abge­legt.
• Im Ver­fah­ren VIII R 79/06 hat­te der Klä­ger eine Aus­bil­dung mit dem Wahl­pflicht­be­reich Daten­ver­ar­bei­tung absol­viert und die Prü­fung zum staat­lich geprüf­ten Wirt­schafts­as­sis­ten­ten DV erfolg­reich abge­legt.


Der Bun­des­fi­nanz­hof hat­te dar­über zu ent­schei­den, ob die Klä­ger Gewer­be­trei­ben­de waren oder aber frei­be­ruf­lich tätig.


Das Finanz­ge­richt hat­te die Kla­gen noch abge­wie­sen, auf die Revi­si­on der Klä­ger hob der Bun­des­fi­nanz­hof die Urtei­le auf und gab den Kla­gen statt, so Engel­hardt.
 
In der bis­he­ri­gen Recht­spre­chung des Bun­des­fi­nanz­ho­fes war klar, dass die Ent­wick­lung anspruchs­vol­ler Soft­ware durch Diplom­in­for­ma­ti­ker oder ver­gleich­bar qua­li­fi­zier­ter Auto­di­dak­ten eine inge­nieur­ähn­li­che und somit freie Berufs­tä­tig­keit dar­stellt. Für den tech­ni­schen Bereich der elek­tro­ni­schen Daten­ver­ar­bei­tung hat der Bun­des­fi­nanz­hof den Kreis der inge­nieur­ähn­li­chen Tätig­kei­ten mit die­sen Ent­schei­dun­gen erwei­tert. Hier­nach kann neben dem soge­nann­ten Soft­ware­en­ge­nie­ring auch die Admi­nis­tra­to­ren­tä­tig­keit, die Betreu­ung, indi­vi­du­el­le Anpas­sung und Über­wa­chung von Betriebs­sys­te­men oder die Tätig­keit als lei­ten­der Mana­ger gro­ßer IT-Pro­jek­te als frei­be­ruf­lich zu qua­li­fi­zie­ren sein, so dass eine Gewer­be­steu­er­pflicht nicht besteht.


Engel­hardt emp­fahl, die Urteil zu beach­ten und bei ähn­li­chen Fäl­len auf jeden Fall Rechts- und Steu­er­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  -


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