(Kiel) Wer schwarz arbei­tet, hat kei­nen Anspruch auf Werk­lohn. Mit die­ser Ent­schei­dung vom 10. April 2014 setzt der Bun­des­ge­richts­hof sei­ne Recht­spre­chung vom ver­gan­ge­nen August zur effek­ti­ven Ein­däm­mung der Schwarz­ar­beit fort.


Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt Alex­an­der Ril­ling von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) zu sei­nem Urteil vom 10.04.2014 (VII ZR 241/13).


Schon im ver­gan­ge­nen Som­mer hat­te der BGH die Kla­ge eines Grund­stücks­be­sit­zers in letz­ter Instanz abge­wie­sen, der Gewähr­leis­tungs­an­sprü­che wegen sei­ner man­gel­haft gepflas­ter­ten Ein­fahrt gel­tend gemacht hat­te (BGH, Urteil vom 01.08.2013, VII ZR 6/13). Grund war eine soge­nann­te “Ohne-Rech­nung-Abre­de“ der Par­tei­en: Der Unter­neh­mer woll­te kei­ne Umsatz­steu­er abfüh­ren und für die Ein­nah­men auch kei­ne Ein­kom­men­steu­er bezah­len, was dem Auf­trag­ge­ber, der kei­ne Rech­nung vor­wei­sen konn­te, auch bekannt war. In die­sem Fall, so der BGH, ist der Ver­trag nich­tig, d. h. kei­ne Sei­te kann ver­trag­li­che Ansprü­che – wozu eben auch sol­che auf Gewähr­leis­tung zäh­len – gel­tend machen. Kon­kret hatt der Eigen­tü­mer die man­gel­haf­te Ein­fahrt nach­ar­bei­ten las­sen, nach­dem der Bau­un­ter­neh­mer die Nach­ar­beit ver­wei­gert hat­te, und die Kos­ten vom ursprüng­li­chen Bau­un­ter­neh­mer ver­langt. Auf die­sen Kos­ten blieb der Eigen­tü­mer sit­zen.


Nun hat der BGH die­se Ent­schei­dung kon­se­quent fort­ge­führt, so Ril­ling.


Vor­lie­gend ver­lang­te der Unter­neh­mer, der noch nicht voll bezahlt war, rest­li­chen Werk­lohn für Instal­la­ti­ons­ar­bei­ten. Der Auf­trag­ge­ber ver­wei­ger­te die Zah­lung wegen angeb­li­cher Män­gel. Die ers­te Instanz hat­te der Klag­for­de­rung noch teil­wei­se ent­spro­chen, doch schon das OLG hat­te sämt­li­che Ansprü­che des Werk­un­ter­neh­mers wegen Ver­sto­ßes gegen das Schwarz­ar­beits­ge­setz abge­lehnt. Dem hat sich der BGH nun ange­schlos­sen und damit auch sei­ne Recht­spre­chung aus dem Jahr 1990 ver­las­sen, in der er noch anders ent­schie­den hat­te.


In der seit 2004 gel­ten­den Fas­sung ver­bie­tet das Schwarz­ar­beits­ge­setz Ver­trä­gen, bei denen die Steu­er­hin­ter­zie­hung einer Sei­te für die ande­re Sei­te erkenn­bar ist, die recht­li­che Aner­ken­nung. Sämt­li­che ver­trag­li­che Abre­den sind nich­tig. Das gilt auch für den Werk­lohn­an­spruch. Der Unter­neh­mer hät­te also Vor­aus­kas­se ver­lan­gen müs­sen, um das Risi­ko auf den Auf­trag­ge­ber zu ver­la­gern. Da der Ein­be­halt der Zah­lung aber das ein­zig ver­blei­ben­de Druck­mit­tel des Auf­trag­ge­bers ist, um sich bei einer man­gel­haf­ten Leis­tung schad­los zu hal­ten, wer­den sich künf­tig bei­de Sei­ten noch inten­si­ver über­le­gen, ob sie sich auf der­ar­ti­ge Risi­ken ein­las­sen wol­len.


Die Recht­spre­chung reicht den Steu­er­hin­ter­zie­hern jeden­falls kei­ne Hand mehr.


Ins­be­son­de­re gibt es für den Klä­ger auch kei­nen Anspruch auf Aus­gleich der Berei­che­rung des Auf­trag­ge­bers, der ja die Werk­leis­tung, hier die Instal­la­ti­ons­ar­bei­ten, erhal­ten hat. Sinn des Schwarz­ar­beits­ge­set­zes sei es, die Schwarz­ar­beit zu ver­hin­dern. Wenn bei­de Sei­ten gegen das Gesetz ver­sto­ßen, kann der Leis­ten­de auch den Wert sei­ner Leis­tung nicht zurück­for­dern.


Ril­ling riet, bei ähn­lich gela­ger­ten Fäl­len auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies in die­sem Zusam­men­hang u.a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter-ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de -


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