(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 31. März 2010 ent­schie­den, dass eine Wer­bung mit der Anga­be “Nur heu­te Haus­halts­groß­ge­rä­te ohne 19% Mehr­wert­steu­er” Ver­brau­cher auch dann nicht in unan­ge­mes­se­ner und unsach­li­cher Wei­se im Sin­ne von §§ 3 und 4 Nr. 1 UWG bei ihrer Kauf­ent­schei­dung beein­flusst, wenn die Wer­bung erst am Tag des in Aus­sicht gestell­ten Rabat­tes erscheint.

Dar­auf ver­weist der Düs­sel­dor­fer Fach­an­walt für Infor­ma­ti­ons­tech­no­lo­gie­recht Horst Leis, LL. M., von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 31. März 2010, Az.: I ZR 75/08.


Die Par­tei­en sind Wett­be­wer­ber u. a. auf dem Gebiet des Han­dels mit Haus­halts­ge­rä­ten. Die Beklag­ten war­ben am 4. Janu­ar 2007 unmit­tel­bar nach der Her­auf­set­zung der Mehr­wert­steu­er von 16 auf 19% im Inter­net mit einer Anzei­ge, die den Hin­weis ent­hielt “Nur heu­te, 4. Janu­ar, Haus­halts­groß­ge­rä­te ohne 19% Mehr­wert­steu­er”. Die Klä­ge­rin hat die Wer­bung als wett­be­werbs­wid­rig bean­stan­det, weil die Preis­ver­güns­ti­gung nur am Tag des Erschei­nens der Wer­bung gewährt wor­den sei mit der Fol­ge, dass jeden­falls berufs­tä­ti­gen Ver­brau­chern ein Preis­ver­gleich auf­grund des von der Wer­bung erzeug­ten Zeit­drucks nicht mehr mög­lich gewe­sen sei. Die Vor­in­stan­zen haben die Beklag­ten antrags­ge­mäß zur Unter­las­sung ver­ur­teilt.


Auf die Revi­si­on der Beklag­ten hat der Bun­des­ge­richts­hof die Kla­ge abge­wie­sen, betont Leis.


Er hat in der bean­stan­de­ten Wer­bung kei­ne unsach­li­che Beein­flus­sung der Ver­brau­cher gese­hen. Abzu­stel­len ist auf den mün­di­gen Ver­brau­cher, der — so der BGH — mit einem sol­chen Kauf­an­reiz in ratio­na­ler Wei­se umge­hen kann. Selbst wenn Ver­brau­cher kei­ne Gele­gen­heit zu einem aus­führ­li­chen Preis­ver­gleich haben soll­ten, wer­den sie allein auf­grund der Wer­bung kei­ne unüber­leg­ten Kauf­ent­schlüs­se tref­fen. Das schließt die Mög­lich­keit ein, dass sich ein­zel­ne Ver­brau­cher auch ohne Preis­ver­gleich zu einem Kauf ent­schlie­ßen und dadurch ris­kie­ren, dass ihnen ein noch güns­ti­ge­res Ange­bot eines Mit­be­wer­bers der Beklag­ten ent­geht.


Leis emp­fahl, das Urteil zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de  — ver­wies.


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