(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat soeben eine Ent­schei­dung zur Zuläs­sig­keit des Ein­baus von funk­ba­sier­ten Able­se­sys­te­men in Miet­woh­nun­gen getrof­fen.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom vom 28. Sep­tem­ber 2011 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage – VIII ZR 326/10.

Die Klä­ge­rin ist Eigen­tü­mer eines Mehr­fa­mi­li­en­hau­ses, in der die Beklag­te eine Woh­nung ange­mie­tet hat. Das Anwe­sen ist mit einer Zen­tral­hei­zung aus­ge­stat­tet. Der Ver­brauch wird über Ver­brauchs­er­fas­sungs­ge­rä­te für Wär­me, Warm- und Kalt­was­ser erfasst.

Im Mai 2009 teil­te die Klä­ge­rin ihren Mie­tern mit, dass sie im Rah­men eines Regel­aus­tauschs die Heiz­kos­ten­ver­tei­ler durch ein funk­ba­sier­tes Able­se­sys­tem erset­zen wer­de. Die Beklag­te ver­wei­ger­te den beab­sich­tig­ten Aus­tausch der Able­se­ein­rich­tun­gen mit der Begrün­dung, in der von ihr ange­mie­te­ten Woh­nung kein mit Funk arbei­ten­des Sys­tem ein­set­zen zu wol­len. Der auf Dul­dung des Aus­tau­sches der vor­han­de­nen Able­se­ge­rä­te für Wär­me, Warm­was­ser und Kalt­was­ser gegen ein Funk­sys­tem gerich­te­ten Kla­ge haben die Vor­in­stan­zen statt­ge­ge­ben.

Die dage­gen gerich­te­te Revi­si­on der Mie­te­rin hat­te kei­nen Erfolg, so Klar­mann.

Der unter ande­rem für das Miet­recht zustän­di­ge VIII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass die Beklag­te den Ein­bau der funk­ba­sier­ten Zäh­ler zu dul­den hat. Ein Anspruch ergibt sich für die Heiz­ener­gie- und Warm­was­ser­zäh­ler aus § 4 Abs. 2 Satz 1 Halbs. 2 der Heiz­kos­ten­ver­ord­nung (Heiz­kos­ten­VO). Die­se Norm erfasst ent­ge­gen der Ansicht der Revi­si­on nicht nur die Erst­aus­stat­tung der Mieträu­me mit Heiz­kos­ten­er­fas­sungs­ge­rä­ten und den Aus­tausch unbrauch­bar gewor­de­ner Gerä­te, son­dern begrün­det auch eine Dul­dungs­pflicht des Mie­ters für den Aus­tausch noch funk­ti­ons­tüch­ti­ger Mess­ge­rä­te durch moder­ne­re Sys­te­me.

Zudem besteht gemäß § 554 Abs. 2 BGB ein Anspruch auf Dul­dung des Ein­baus des funk­ba­sier­ten Kalt­was­ser­zäh­lers. Die vom Beru­fungs­ge­richt inso­weit vor­ge­nom­me­ne tatrich­ter­li­che Wür­di­gung dahin­ge­hend, dass es sich hier­bei um eine Wohn­wert­ver­bes­se­rung han­de­le, ist revi­si­ons­recht­lich nicht zu bean­stan­den. Ins­be­son­de­re kann es den Wert der Woh­nung erhö­hen, wenn die­se zum Zwe­cke der Able­sung nicht betre­ten wer­den muss, zumal die Beklag­te ohne­hin den Ein­bau von Heiz­kos­ten- und Warm­was­ser­zäh­ler dul­den muss und so der Ein­bau von zwei ver­schie­de­nen Able­se­sys­te­men ver­mie­den wer­den kann.

Klar­mann emp­fahl, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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