(Kiel) Das Land­ge­richt Mühl­hau­sen hat­te den ehe­ma­li­gen Geschäfts­füh­rer der Flug­ha­fen Erfurt GmbH (FEG) wegen Betru­ges zum Nach­teil des Frei­staa­tes Thü­rin­gen zu einer Frei­heits­stra­fe von zwei Jah­ren und acht Mona­ten ver­ur­teilt.

Dage­gen, so der Worm­ser Fach­an­walt für Straf­recht Jür­gen Möthrath von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, hat­te der Ange­klag­te Revi­si­on ein­ge­legt, die der Bun­des­ge­richts­hof (BGH) soeben mit einem am 30.10.2009 ver­öf­fent­lich­ten Beschluss vom 21. Okto­ber 2009, Az.: 2 StR 287/09 nun ver­wor­fen hat.


In dem Fall bean­trag­te der Ange­klag­te nach den Fest­stel­lun­gen der Wirt­schafts­straf­kam­mer im Jahr 2001 vom Frei­staat Thü­rin­gen die Aus­zah­lung von För­der­mit­teln für den wei­te­ren Aus­bau des Flug­ha­fens Erfurt. Weil die Frei­ga­be der För­der­mit­tel an die Bedin­gung geknüpft war, dass das jähr­li­che Flug­gast­auf­kom­men min­des­tens 500.000 Pas­sa­gie­re betrug, behaup­te­te der Ange­klag­te wahr­heits­wid­rig, im Jahr 2000 sei eine sol­che Aus­las­tung erreicht wor­den. Die Zahl der abge­fer­tig­ten Pas­sa­gie­re lag in Wahr­heit jedoch deut­lich unter die­ser Gren­ze, was der Ange­klag­te durch geziel­te Mani­pu­la­tio­nen an der Flug­gast­sta­tis­tik ver­schlei­er­te.


Auf­grund die­ser Falsch­an­ga­ben betei­lig­te sich der Frei­staat Thü­rin­gen in der Fol­ge­zeit an den Kos­ten des Flug­ha­fen­aus­baus, für den auf Grund des gerin­gen Pas­sa­gier­auf­kom­mens ein tat­säch­li­cher Bedarf nicht bestand. Die Flug­ha­fen Erfurt GmbH gewähr­te dem Ange­klag­ten dar­auf­hin eine hohe Aner­ken­nungs­prä­mie und ver­län­ger­te des­sen Geschäfts­füh­rer­ver­trag zu wesent­lich ver­bes­ser­ten Bedin­gun­gen. Nach Auf­de­ckung der Mani­pu­la­tio­nen im Jahr 2005 wur­de der Ange­klag­te frist­los ent­las­sen; dem Frei­staat war durch den nicht bedarfs­ge­rech­ten Flug­ha­fen­aus­bau nach Fest­stel­lung des Land­ge­richts ein Scha­den von ca. 4,25 Mio. EUR ent­stan­den.
Der 2. Straf­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat am 21. Okto­ber 2009 die auf meh­re­re Ver­fah­rens- und Sach­rü­gen gestütz­te Revi­si­on des Ange­klag­ten als unbe­grün­det ver­wor­fen; das Urteil des Land­ge­richts ist damit rechts­kräf­tig, betont Möthrath.


Er emp­fahl, die­ses Urteil zu beach­ten und ggfs. recht­li­chen Rat in Anspruch zu neh­men, wobei er dabei u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.


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