(Kiel) Der u. a. für das pri­va­te Bau- und Archi­tek­ten­recht zustän­di­ge VII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat am 22. Juli 2010 ent­schie­den, dass Art. 10 § 3 MRVG*, der die Kop­pe­lung von Grund­stücks­kauf­ver­trä­gen mit Inge­nieur- und Archi­tek­ten­ver­trä­gen für unwirk­sam erklärt, mit dem Grund­ge­setz ver­ein­bar ist.

Dar­auf ver­weist der Reck­ling­häu­ser Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht sowie für Bau- und Archi­tek­ten­recht Edu­ard Disch­ke von der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 22. Juli 2010 — VII ZR 144/09

Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Revi­si­on gegen das die­se Fra­ge eben­falls beja­hen­de Urteil des Ober­lan­des­ge­richts zurück­ge­wie­sen.

Er hat aus­ge­führt, das Kop­pe­lungs­ver­bot ver­fol­ge den Zweck, die freie Wahl des Archi­tek­ten durch den Bau­wil­li­gen allein nach Leis­tungs­kri­te­ri­en und das typi­sche Berufs­bild des frei­en Archi­tek­ten zu schüt­zen sowie den Wett­be­werb unter den Archi­tek­ten zu för­dern. Dabei han­de­le es sich um wich­ti­ge Gemein­schafts­gü­ter. Sie recht­fer­tig­ten den mit dem Kop­pe­lungs­ver­bot ver­bun­de­nen Ein­griff in die durch Art. 12 Abs. 1 GG geschütz­te Berufs­frei­heit der frei­en Archi­tek­ten und deren unter­schied­li­che Behand­lung gegen­über ande­ren am Bau Betei­lig­ten, so dass auch der Gleich­heits­satz nach Art. 3 Abs. 1 GG nicht ver­letzt sei. Ein Ein­griff in das Grund­recht des Eigen­tums, Art. 14 Abs. 1 GG, lie­ge eben­falls nicht vor.

*Die Bestim­mung des Art. 10 § 3 MRVG lau­tet:

Unver­bind­lich­keit der Kop­pe­lung von Grund­stücks­kauf­ver­trä­gen mit Inge­nieur- und Archi­tek­ten­ver­trä­gen

Eine Ver­ein­ba­rung, durch die der Erwer­ber eines Grund­stücks sich im Zusam­men­hang mit dem Erwerb ver­pflich­tet, bei der Pla­nung oder Aus­füh­rung eines Bau­werks auf dem Grund­stück die Leis­tun­gen eines bestimm­ten Inge­nieurs oder Archi­tek­ten in Anspruch zu neh­men, ist unwirk­sam. Die Wirk­sam­keit des auf den Erwerb des Grund­stücks gerich­te­ten Ver­tra­ges bleibt unbe­rührt.

Disch­ke mahn­te, in ähn­li­chen Fäl­len Rechts­rat ein­zu­ho­len und ver­wies  bei Fra­gen dazu u. a. auch auf die auf Ver­wal­tungs­recht spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de

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Edu­ard Disch­ke
Rechts­an­walt
Fach­an­walt für Ver­wal­tungs­recht
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