(Kiel) Der unter ande­rem für das Kenn­zei­chen­recht zustän­di­ge I. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat heu­te ent­schie­den, dass die Mar­ke “ZAPPA” zu löschen ist und des­halb die Ver­wen­dung der Bezeich­nung “Zap­pa­na­le” für ein Musik­fes­ti­val die Mar­ke nicht ver­let­zen kann.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 31.05.2012 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az.: I ZR 135/10 – ZAPPA.

Der Klä­ger, ein in den USA ansäs­si­ger Trust, ver­wal­tet den Nach­lass des 1993 ver­stor­be­nen Musi­kers Frank Zap­pa und ist Inha­ber der Gemein­schafts­mar­ke “ZAPPA”. Die Beklag­te rich­tet das seit 1990 jähr­lich statt­fin­den­de Musik­fes­ti­val “Zap­pa­na­le” aus und ver­treibt unter der Bezeich­nung Ton­trä­ger und Beklei­dungs­stü­cke.

Der Klä­ger hat die Beklag­te aus der Mar­ke “ZAPPA” auf Unter­las­sung und Scha­dens­er­satz wegen der Benut­zung der Bezeich­nung “Zap­pa­na­le” in Anspruch genom­men. Die Beklag­te hat im Wege der Wider­kla­ge bean­tragt, die Kla­ge­mar­ke “ZAPPA” man­gels Benut­zung für ver­fal­len zu erklä­ren.

Das Land­ge­richt Düs­sel­dorf hat Kla­ge und Wider­kla­ge abge­wie­sen. Das Ober­lan­des­ge­richt Düs­sel­dorf hat die die Kla­ge abwei­sen­de Ent­schei­dung des Land­ge­richts bestä­tigt und auf die Wider­kla­ge die Gemein­schafts­mar­ke des Klä­gers man­gels Benut­zung für ver­fal­len erklärt. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Revi­si­on gegen das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts Düs­sel­dorf zurück­ge­wie­sen.

Die Gemein­schafts­mar­ke “ZAPPA” ist zu löschen, weil der Klä­ger die Mar­ke nicht im Sin­ne von Art. 15 Abs. 1 und Abs. 2 Buchst. a der Ver­ord­nung Nr. 40/94 über die Gemein­schafts­mar­ke inner­halb von fünf Jah­ren nach der Ein­tra­gung in der Euro­päi­schen Uni­on benutzt hat. Die von dem Klä­ger ange­führ­ten Ver­wen­dungs­bei­spie­le genüg­ten nicht den Anfor­de­run­gen der Gemein­schafts­mar­ken­ver­ord­nung an eine rechts­er­hal­ten­de Benut­zung. Die Ver­wen­dung des Domain­na­mens “zappa.com” stellt kei­ne mar­ken­mä­ßi­ge Ver­wen­dung der Bezeich­nung “ZAPPA” dar. Das Publi­kum fasst den Domain­na­men nur als Hin­weis auf eine Inter­net­sei­te mit Infor­ma­tio­nen über den Musi­ker Frank Zap­pa auf. Durch die Benut­zung des Zei­chens “ZAPPA Records” wird der kenn­zeich­nen­de Cha­rak­ter der Mar­ke “ZAPPA” beein­flusst mit der Fol­ge, dass eine rechts­er­hal­ten­de Benut­zung im Sin­ne von Art. 15 Abs. 2 Buchst. a GMV aus­schei­det. Da die Mar­ke “ZAPPA” ver­fal­len ist, ist das vom Klä­ger begehr­te Ver­bot, die Bezeich­nung “Zap­pa­na­le” für ein Musik­fes­ti­val zu ver­wen­den, nicht gerecht­fer­tigt.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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