(Kiel) Der unter ande­rem für das Wett­be­werbs­recht zustän­di­ge I. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hält die Ver­wen­dung der Bezeich­nung “Bio­mi­ne­ral­was­ser” nicht für irre­füh­rend.

Dar­auf ver­weist der Frank­fur­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für gewerb­li­chen Rechts­schutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kanz­lei DANCKELMANN UND KERST, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die ent­spre­chen­de Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 13.09.2012 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. I ZR 230/11 – Bio­mi­ne­ral­was­ser.

Der Beklag­te bie­tet ein natür­li­ches Mine­ral­was­ser an. Die­ses Was­ser bezeich­net und bewirbt er als “Bio­mi­ne­ral­was­ser”. Die Klä­ge­rin, die Zen­tra­le zur Bekämp­fung unlau­te­ren Wett­be­werbs, hält dies für irre­füh­rend. Sie meint, der Ver­kehr ver­bin­de mit “Bio­mi­ne­ral­was­ser” Qua­li­täts­merk­ma­le, die für ein natür­li­ches Mine­ral­was­ser bereits gesetz­lich vor­ge­schrie­ben und daher selbst­ver­ständ­lich sei­en.

Das Land­ge­richt Nürn­berg-Fürth hat der von der Zen­tra­le erho­be­nen Unter­las­sungs­kla­ge statt­ge­ge­ben. Auf die Beru­fung des Beklag­ten hat das Ober­lan­des­ge­richt Nürn­berg die Kla­ge hin­sicht­lich der bean­stan­de­ten Ver­wen­dung des Begriffs “Bio­mi­ne­ral­was­ser” abge­wie­sen.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat das Urteil des Beru­fungs­ge­richts bestä­tigt, so Dr. Ise­le.

Der Ver­kehr erwar­tet von einem als “Bio­mi­ne­ral­was­ser” bezeich­ne­ten Mine­ral­was­ser, dass es nicht nur unbe­han­delt und frei von Zusatz­stof­fen ist, son­dern im Hin­blick auf Rück­stän­de und Schad­stof­fe deut­lich unter­halb der für natür­li­che Mine­ral­wäs­ser vor­ge­se­he­nen Höchst­wer­te liegt. Mine­ral­wäs­ser, die die gesetz­li­chen Grenz­wer­te deut­lich unter­schrei­ten, unter­schei­den sich von den Mine­ral­wäs­sern, bei denen der Gehalt an Rück­stän­den und Schad­stof­fen nahe an die­sen Wer­ten liegt. Ob das vom Beklag­ten ver­trie­be­ne Mine­ral­was­ser die­se hohen Rein­heits­er­war­tun­gen erfüllt, stand nicht im Streit.

Der Ver­kehr erwar­tet auch nicht, dass die Ver­wen­dung von “Bio” bei Mine­ral­wäs­sern gesetz­li­chen Vor­ga­ben unter­liegt oder staat­lich über­wacht wird. Der Umstand, dass der Gesetz­ge­ber bei land­wirt­schaft­li­chen Erzeug­nis­sen eine gesetz­li­che Rege­lung für die Ver­wen­dung von “Bio” getrof­fen hat, führt nicht dazu, dass die­se Bezeich­nung beim Feh­len einer gesetz­li­chen Rege­lung nicht ver­wen­det wer­den darf. Das in der Lebens­mit­tel-Kenn­zeich­nungs­ver­ord­nung bestimm­te Gebot, für das vom Beklag­ten ver­trie­be­ne Was­ser die Ver­kehrs­be­zeich­nung “natür­li­ches Mine­ral­was­ser” anzu­ge­ben, steht der zusätz­li­chen Bezeich­nung als “Bio­mi­ne­ral­was­ser” eben­so nicht ent­ge­gen.

Rechts­an­walt Dr. Ise­le emp­fahl, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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