(Kiel) Der für das Gesell­schafts­recht zustän­di­ge II. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat ent­schie­den, dass das Rechts­schutz­be­dürf­nis für eine Anfech­tungs­kla­ge gegen die Wahl des Auf­sichts­rats einer Akti­en­ge­sell­schaft nicht ohne wei­te­res bei einem Rück­tritt des Auf­sichts­rats ent­fällt.

Dar­auf ver­weist der Nürn­ber­ger Fach­an­walt für Erb‑, Steu­er sowie Han­dels- und Gesell­schafts­recht Dr. Nor­bert Gie­se­ler, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 19.02.2013 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage, Az. II ZR 56/12.

Der Klä­ger ist Aktio­när der beklag­ten Akti­en­ge­sell­schaft. In der Haupt­ver­samm­lung vom 28. August 2008 wur­den sechs Auf­sichts­rats­mit­glie­der gewählt. Zwi­schen dem 1. Okto­ber 2008 und dem 5. Febru­ar 2009 leg­ten die­se Auf­sichts­rats­mit­glie­der ihr Amt nach­ein­an­der nie­der.

Der Klä­ger hat bean­tragt, die Beschlüs­se der Haupt­ver­samm­lung über die Wahl der Auf­sichts­rats­mit­glie­der für nich­tig zu erklä­ren. Das Land­ge­richt hat die Kla­ge ohne Prü­fung der vom Klä­ger vor­ge­brach­ten Anfech­tungs­grün­de abge­wie­sen und das Ober­lan­des­ge­richt die Beru­fung des Klä­gers zurück­ge­wie­sen.

Auf die Revi­si­on des Klä­gers hat der Bun­des­ge­richts­hof das Beru­fungs­ur­teil auf­ge­ho­ben und die Sache zur wei­te­ren Auf­klä­rung an das Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen, betont Dr. Gie­se­ler.

Das Rechts­schutz­be­dürf­nis für die Kla­ge ent­fällt nach dem Rück­tritt der Auf­sichts­rä­te nur, wenn eine erfolg­rei­che Wahl­an­fech­tung, die grund­sätz­lich zur Nich­tig­keit der Wahl von Anfang an führt, kei­ne Rechts­fol­gen hat. Das ist allen­falls dann der Fall, wenn im Auf­sichts­rat kei­ne Beschlüs­se gefasst wur­den, bei denen es auf die Stim­men der Auf­sichts­rä­te ankam, deren Wahl ange­foch­ten ist. Da der Klä­ger als Aktio­när kei­nen Ein­blick in die Vor­gän­ge im Auf­sichts­rat hat, muss die beklag­te Akti­en­ge­sell­schaft die Sit­zun­gen des Auf­sichts­rats und die Stimm­ver­hält­nis­se bei Abstim­mun­gen dar­le­gen, wenn sie sich auf den Weg­fall des Rechts­schutz­in­ter­es­ses für die Wahl­an­fech­tung beru­fen will.

Dr. Gie­se­ler riet, dies zu beach­ten und ver­wies dabei für Rechts­fra­gen u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de

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