(Kiel) Der für das Ver­si­che­rungs­ver­trags­recht zustän­di­ge IV. Zivil­se­nat hat ent­schie­den, dass die von zahl­rei­chen Rechts­schutz­ver­si­che­rern in ihren Ver­si­che­rungs­be­din­gun­gen ver­wen­de­te “Effek­ten­klau­sel” und die “Pro­spekt­haf­tungs­klau­sel” unwirk­sam sind.

Dar­auf ver­weist der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht” der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 8.06.2013 zu sei­nen Urtei­len vom sel­ben Tage, Az.: IV ZR 84/12 und IV ZR 174/12.

Nach die­sen Klau­seln gewäh­ren Rechts­schutz­ver­si­che­rer ihren Ver­si­che­rungs­neh­mern kei­nen Rechts­schutz “für die Wahr­neh­mung recht­li­cher Inter­es­sen in ursäch­li­chem Zusam­men­hang mit der Anschaf­fung oder Ver­äu­ße­rung von Effek­ten (z.B. Anlei­hen, Akti­en, Invest­ment­an­tei­len) sowie der Betei­li­gung an Kapi­tal­an­la­ge­mo­del­len, auf wel­che die Grund­sät­ze der Pro­spekt­haf­tung anwend­bar sind (z.B. Abschrei­bungs­ge­sell­schaf­ten, Immo­bi­li­en­fonds)”. Unter Beru­fung hier­auf ist ins­be­son­de­re zahl­rei­chen Geschä­dig­ten der Leh­man-Plei­te der begehr­te Deckungs­schutz für die Ver­fol­gung von Scha­dens­er­satz­an­sprü­chen im Zusam­men­hang mit dem Erwerb der Papie­re ver­wei­gert wor­den.

Auf ent­spre­chen­de Kla­gen der Ver­brau­cher­zen­tra­le Nord­rhein-West­fa­len hat der Bun­des­ge­richts­hof nun­mehr den auf Unter­las­sung in Anspruch genom­me­nen Ver­si­che­rern in zunächst zwei Ver­fah­ren unter­sagt, die­se Klau­seln zu ver­wen­den oder sich auf sie zu beru­fen, und anders lau­ten­de Ent­schei­dun­gen der Vor­in­stanz geän­dert. Er hat fest­ge­stellt, so Kroll, dass die vor­ge­nann­ten Klau­seln wegen man­geln­der Trans­pa­renz gemäß § 307 Abs. 1 Satz 2 BGB unwirk­sam sind, weil der durch­schnitt­li­che Ver­si­che­rungs­neh­mer ihnen nicht hin­rei­chend klar ent­neh­men kann, wel­che Geschäf­te von dem Aus­schluss erfasst sein sol­len. Hier­für kommt es nur auf des­sen Ver­ständ­nis nach dem all­ge­mei­nen Sprach­ge­brauch des täg­li­chen Lebens an, weil es sich weder bei “Effek­ten” noch bei “Grund­sät­zen der Pro­spekt­haf­tung” um fest umris­se­ne Begrif­fe der Rechts­spra­che han­delt.

Kroll riet, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.

Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law
Fach­an­walt für Arbeitsrecht/Fachanwalt für Ver­si­che­rungs­recht
Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V.
c/o. Dr. Nietsch & Kroll Rechts­an­wäl­te
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