(Kiel)  Der XI. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat die in der Pres­se­mit­tei­lung Nr. 22/2011 für den 12. April 2011 ange­kün­dig­ten Ver­hand­lungs­ter­mi­ne zum Erwerb von “Leh­man-Zer­ti­fi­ka­ten” auf­ge­ho­ben, weil die beklag­te Spar­kas­se in bei­den Fäl­len ihre Revi­si­on zurück­ge­nom­men hat.

Damit, so der Ham­bur­ger Rechts­an­walt Mat­thi­as W. Kroll, LL.M., Lei­ter des Fach­aus­schus­ses „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“ der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V. mit Sitz in Kiel, sind die Beru­fungs­ur­tei­le des Ober­lan­des­ge­richts Frank­furt am Main, mit denen die Beklag­te zum Scha­dens­er­satz ver­ur­teilt wur­de, rechts­kräf­tig.

In bei­den Urtei­len hat das Beru­fungs­ge­richt eine Bera­tungs­pflicht­ver­let­zung der beklag­ten Spar­kas­se inso­weit ver­neint, als die­se die jewei­li­gen Anle­ger nicht auf eine mög­li­che Insol­venz der Emit­ten­tin (Leh­man Bro­thers Trea­su­ry Co. B.V.) oder Garan­tie­ge­be­rin (Leh­man Bro­thers Hol­dings Inc.) hin­ge­wie­sen hat, da ange­sichts der posi­ti­ven Rating­no­ten kein Zwei­fel an deren Zah­lungs­fä­hig­keit habe auf­kom­men müs­sen. Einen Bera­tungs­feh­ler der Beklag­ten hat das Beru­fungs­ge­richt jedoch dar­in gese­hen, dass sie in den jewei­li­gen Bera­tungs­ge­sprä­chen ihren Kun­den die Risi­ko­struk­tur der kon­kret emp­foh­le­nen Zer­ti­fi­ka­te — “Twin­Win-Zer­ti­fi­kat 8/2007” und “DAX-Kupon-Zer­ti­fi­kat 3/2008” — nicht umfas­send dar­ge­stellt hat.

Der Leit­satz des ent­spre­chend ver­öf­fent­lich­ten Urteils des Ober­lan­des­ge­richts (OLG)  Frank­furt am Main vom 17.02.2010 – Az.: 17 U 207/09, lau­te­te, so Kroll:

1. Wird im Rah­men einer Anla­ge­be­ra­tung emp­foh­len, Twin Win Zer­ti­fi­ka­te (soge­nann­te Schmet­ter­lings­zer­ti­fi­ka­te) zu zeich­nen, bei denen — abge­se­hen von einer vor­ge­se­he­nen Sicher­heits­schwel­le von 50 % und dem Emit­ten­ten­ri­si­ko — ein Kapi­tal­ver­lust aus­ge­schlos­sen ist, muss über das Rück­zah­lungs­sze­na­rio bei Berühren/Unterschreiten die­ser Sicher­heitssschwel­le detail­liert auf­ge­klärt wer­den.

2. Da bei den aus­ge­ge­be­nen Ersatz­zer­ti­fi­ka­ten, die die Wert­ent­wick­lung des Dow Jones Euro Stocks abbil­den, das ein­ge­setz­te Kapi­tal ver­lo­ren wer­den kann, ist auch über ein vor­zei­ti­ges Kün­di­gungs­recht der Emit­ten­tin auf­zu­klä­ren.

Kroll riet, dies zu beach­ten und in allen Zwei­fels­fra­gen Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er  dazu u. a. auch auf die ent­spre­chend spe­zia­li­sier­ten Anwäl­te und Anwäl­tin­nen in der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de – ver­wies.
Für Rück­fra­gen steht Ihnen zur Ver­fü­gung:

Mat­thi­as W. Kroll, LL.M.
Rechtsanwalt/Master of Insuran­ce Law
Fach­an­walt für Arbeitsrecht/Fachanwalt für Ver­si­che­rungs­recht


Lei­ter des Fach­aus­schus­ses XIV „Finanz­dienst­leis­tungs- und Ver­si­che­rungs­recht“
der DASV Deut­schen Anwalt- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e.V.


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