(Kiel) Der Bun­des­gericht­shof hat seoben dem Europäis­chen Gericht­shof (EuGH) eine Frage zur gesund­heits­be­zo­ge­nen Lebens­mit­tel­wer­bung vorgelegt.

Darauf ver­weist der Frank­furter Recht­san­walt und Fachan­walt für gewerblichen Rechtss­chutz Dr. Jan Felix Ise­le von der Kan­zlei DANCKELMANN UND KERST, Vizepräsi­dent der DASV Deutsche Anwalts- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­teilung des Bun­des­gericht­shofs (BGH) vom 5.12.2012 zu seinem Beschluss vom gle­ichen Tage, Az.: I ZR 36/11 – Mon­ster­backe.

Die Beklagte stellt Milcherzeug­nisse her und vertreibt einen Früchte­quark mit der Beze­ich­nung “Mon­ster­backe”. Auf dessen Ver­pack­ung­sober­seite ver­wen­det sie den Slo­gan “So wichtig wie das tägliche Glas Milch!”. Die Klägerin hält dies für unzuläs­sig im Sinne des § 4 Nr. 11 UWG in Verbindung mit Art. 9 und 10 der soge­nan­nten Health-Claim-Verord­nung (Verord­nung [EG] Nr. 1924/2006), weil der Werbeslo­gan sowohl nährw­ert- als auch gesund­heits­be­zo­gene Angaben über Lebens­mit­tel enthalte, weit­er erforder­liche Angaben aber fehlten. Im Übri­gen sei der Slo­gan irreführend nach § 11 Abs. 1 LFGB, weil nicht auf den gegenüber Milch erhe­blich erhöht­en Zuck­erge­halt hingewiesen werde. Sie hat die Beklagte auf Unter­las­sung und Zahlung der Abmahnkosten in Anspruch genom­men.

Das Landgericht hat die Klage abgewiesen. Das Beru­fungs­gericht hat die Beklagte zur Unter­las­sung verurteilt.

Der u. a. für das Wet­tbe­werb­srecht zuständi­ge I. Zivilse­n­at des Bun­des­gericht­shofs hat das Ver­fahren aus­ge­set­zt, so Dr. Ise­le, und dem Gericht­shof der Europäis­chen Union die Frage zur Vor­abentschei­dung vorgelegt, ob die Hin­weispflicht­en gemäß Art. 10 Abs. 2 der Verord­nung (EG) Nr. 1924/2006 bere­its ab dem Zeit­punkt der Gel­tung dieser Verord­nung am 1. Juli 2007 zu beacht­en waren.

Der Bun­des­gericht­shof ist dabei davon aus­ge­gan­gen, dass der Werbeslo­gan nicht irreführend ist und auch keine nährw­ert­be­zo­gene Angabe im Sinne von Art. 2 Abs. 2 Nr. 4 der Verord­nung (EG) Nr. 1924/2006, wohl aber eine gesund­heits­be­zo­gene Angabe im Sinne von Art. 2 Abs. 2 Nr. 5 dieser Verord­nung darstellt. Dies ent­nimmt der BGH der Entschei­dung des EuGH in der Rechtssache “Deutsches Wein­tor” (Urteil vom 6. Sep­tem­ber 2012 C 544/10, GRUR 2012, 1161 Rn. 34–36). Danach ist der Begriff “gesund­heits­be­zo­gene Angabe” weit zu ver­ste­hen.

Der Erfolg des Rechtsmit­tels hängt dem­nach davon ab, ob die Vorschrift des Art. 10 Abs. 2 der Verord­nung (EG) Nr. 1924/2006 in dem für die Beurteilung des Fall­es rel­e­van­ten Zeitraum im Jahr 2010 bere­its anwend­bar war. Hier­für spricht der Wort­laut des Art. 28 Abs. 5 der Verord­nung, in dem Art. 10 Abs. 2 der Verord­nung nicht genan­nt ist. Nach der gegen­teili­gen Ansicht spricht der sys­tem­a­tis­che Zusam­men­hang der Regelung dafür, dass die Hin­weispflicht­en gemäß Art. 10 Abs. 2 der Verord­nung (EG) Nr. 1924/2006 erst ab der — nach wie vor ausste­hen­den — Ver­ab­schiedung der Liste zuge­lassen­er gesund­heits­be­zo­gen­er Angaben gemäß Art. 13 Abs. 3 der Verord­nung gel­ten.

Recht­san­walt Dr. Ise­le emp­fahl, den Aus­gang zu beacht­en und in allen Zweifels­fra­gen auf jeden Fall Recht­srat einzu­holen, wobei er in diesem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deutsche Anwalts- und Steuer­ber­ater­vere­ini­gung für die mit­tel­ständis­che Wirtschaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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