(Kiel) Der Bun­des­ge­richts­hof hat am 11. Okto­ber 2010  in letz­ter Instanz den Anspruch des ehe­ma­li­gen Geschäfts­füh­rers der Bun­des­kunst­hal­le in Bonn auf Wei­ter­be­schäf­ti­gung abge­lehnt.

Dar­auf ver­weist der Stutt­gar­ter Rechts­an­walt und Fach­an­walt für Arbeits- und Erbrecht Micha­el Henn, Vize­prä­si­dent der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel unter Hin­weis auf das Urteil des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 11.10.2010 — II ZR 266/08.

Die beklag­te GmbH betreibt in Bonn die Bun­des­kunst­hal­le. Gesell­schaf­ter sind die Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land und die 16 Bun­des­län­der. Der Klä­ger wur­de 1989 zum Geschäfts­füh­rer bestellt. Im Jahr 2007 wider­rief die Beklag­te die Bestel­lung. Zugleich kün­dig­te sie den Geschäfts­füh­rer­an­stel­lungs­ver­trag frist­ge­mäß zum 31. Dezem­ber 2007. Der Klä­ger hält die­se Maß­nah­men für unwirk­sam und hat unter ande­rem auf Wei­ter­be­schäf­ti­gung und Gehalts­zah­lung geklagt.

Die Kla­ge ist in ers­ter Instanz erfolg­los geblie­ben. Auf die Beru­fung des Klä­gers hat das Ober­lan­des­ge­richt den Fort­be­stand des Dienst­ver­hält­nis­ses fest­ge­stellt und die Beklag­te zur Zah­lung der Ver­gü­tung ver­ur­teilt. Soweit der Klä­ger die Wei­ter­be­schäf­ti­gung in sei­ner bis­he­ri­gen Funk­ti­on als Geschäfts­füh­rer (Direk­tor und Inten­dant) begehrt hat­te, hat das Ober­lan­des­ge­richt die Kla­ge abge­wie­sen. Im vor­ge­nann­ten Umfang ist das Urteil des Ober­lan­des­ge­richts rechts­kräf­tig gewor­den, nach­dem der für das Gesell­schafts­recht zustän­di­ge II. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs die gegen die Nicht­zu­las­sung der Revi­si­on ein­ge­leg­te Beschwer­de der Beklag­ten inso­weit zurück­ge­wie­sen hat. Damit steht fest, dass die Beklag­te dem Klä­ger die ver­ein­bar­te Ver­gü­tung auch in Zukunft zah­len muss.

Wei­ter hat das Ober­lan­des­ge­richt die Beklag­te ver­ur­teilt, den Klä­ger zu den bis­he­ri­gen ver­trag­li­chen Bedin­gun­gen in einer sei­ner frü­he­ren Tätig­keit als Direk­tor und Inten­dant der Kunst- und Aus­stel­lungs­hal­le der Bun­des­re­pu­blik Deutsch­land ähn­li­chen lei­ten­den Stel­lung über den 31. Dezem­ber 2007 hin­aus wei­ter zu beschäf­ti­gen. Inso­weit hat der Senat die Revi­si­on zuge­las­sen und nun das ange­foch­te­ne Urteil auf­ge­ho­ben und die Kla­ge abge­wie­sen, so Henn.

Einen Anspruch des Geschäfts­füh­rers einer GmbH auf Beschäf­ti­gung in einer sei­ner frü­he­ren Tätig­keit ver­gleich­ba­ren lei­ten­den Funk­ti­on lehnt der II. Zivil­se­nat des BGH grund­sätz­lich ab. Der Anstel­lungs­ver­trag hat regel­mä­ßig nur die Beschäf­ti­gung als Geschäfts­füh­rer zum Inhalt. Eine Tätig­keit unter­halb der Organ­e­be­ne ist typi­scher­wei­se nicht ver­ein­bart und der abbe­ru­fe­ne Geschäfts­füh­rer kann sie daher auch nicht ver­lan­gen. Etwas ande­res kann gel­ten, wenn der Anstel­lungs­ver­trag die Mög­lich­keit einer ande­ren Beschäf­ti­gung vor­sieht. Dies war im Streit­fall jedoch nicht gege­ben.

Henn riet, das Urteil zu beach­ten und ver­wies  bei Fra­gen u. a. auch auf die  DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de

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