(Kiel) Der unter ande­rem für das Archi­tek­ten­recht zustän­di­ge VII. Zivil­se­nat des Bun­des­ge­richts­hofs hat soeben über die Pflich­ten eines Archi­tek­ten im Hin­blick auf die Ermitt­lung und Berück­sich­ti­gung der Kos­ten eines von ihm zu pla­nen­den Bau­werks ent­schie­den.

Dar­auf ver­weist der Kie­ler Rechts­an­walt Jens Klar­mann, Lan­des­re­gio­nal­lei­ter „Schles­wig-Hol­stein” der DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. mit Sitz in Kiel, unter Hin­weis auf die Mit­tei­lung des Bun­des­ge­richts­hofs (BGH) vom 21.03.2013 zu sei­nem Urteil vom sel­ben Tage — VII ZR 230/11.

Der Beklag­te beauf­trag­te 1998 einen Archi­tek­ten mit der Geneh­mi­gungs­pla­nung für ein Wohn­haus. Die vom Archi­tek­ten vor­ge­leg­te Pla­nung wur­de nicht rea­li­siert. Nach der Behaup­tung des Beklag­ten war sie für ihn unbrauch­bar, weil sie mit Bau­kos­ten von über 1,5 Mio. DM weit über dem vor­ge­ge­be­nen Kos­ten­rah­men von 800.000 DM gele­gen habe. Der Archi­tekt stell­te dem Beklag­ten die erbrach­ten Pla­nungs­leis­tun­gen in Rech­nung und erhob gegen ihn schließ­lich Kla­ge auf Zah­lung des Hono­rars.

Die Kla­ge hat in den Vor­in­stan­zen über­wie­gend Erfolg gehabt. Das Beru­fungs­ge­richt hat den Ein­wand des Beklag­ten, die Pla­nung sei für ihn unbrauch­bar gewe­sen, nicht gel­ten las­sen. Eine vom Archi­tek­ten bei sei­ner Pla­nung ein­zu­hal­ten­de Bau­sum­men­ober­gren­ze von 800.000 DM sei nicht ver­ein­bart wor­den.

Der Bun­des­ge­richts­hof hat aus­ge­führt, so Klar­mann, der Archi­tekt sei grund­sätz­lich ver­pflich­tet, bereits im Rah­men der soge­nann­ten Grund­la­gen­er­mitt­lung mit dem Auf­trag­ge­ber den wirt­schaft­li­chen Rah­men für ein Bau­vor­ha­ben abzu­ste­cken und des­sen Kos­ten­vor­stel­lun­gen zu berück­sich­ti­gen.

Die­se dem Archi­tek­ten gegen­über zum Aus­druck gebrach­ten Kos­ten­vor­stel­lun­gen sei­en in dem Sin­ne ver­bind­lich, dass sie — vor­be­halt­lich einer nach­träg­li­chen Ände­rung — den Pla­nungs­rah­men bestim­men und jeden­falls dann regel­mä­ßig zum Ver­trags­in­halt wer­den, wenn der Archi­tekt ihnen nicht wider­spricht. Sol­che Kos­ten­vor­stel­lun­gen sind nach der Ent­schei­dung des Bun­des­ge­richts­hofs auch dann beacht­lich, wenn sie nicht eine genaue Bau­sum­men­ober­gren­ze ent­hal­ten, son­dern nur Anga­ben zur unge­fäh­ren Bau­sum­me, mit denen ein Kos­ten­rah­men abge­steckt wird. Etwai­ge Zwei­fel über den Umfang des Kos­ten­rah­mens muss der Archi­tekt auf­klä­ren, was auch durch die von der Hono­rar­ord­nung für Archi­tek­ten und Inge­nieu­re erfass­ten Kos­ten­er­mitt­lun­gen für den Auf­trag­ge­ber gesche­hen kann. Über­schrei­tet der Archi­tekt den vor­ge­ge­be­nen Kos­ten­rah­men und ist die Pla­nung des­halb unbrauch­bar, so kann der Anspruch auf Hono­rar ent­fal­len. Der Bun­des­ge­richts­hof hat die Nicht­be­ach­tung die­ser Grund­sät­ze durch das Beru­fungs­ge­richt bean­stan­det und die Sache zur neu­en Ver­hand­lung und Ent­schei­dung an das Beru­fungs­ge­richt zurück­ver­wie­sen.

Klar­mann emp­fahl daher, dies zu beach­ten und bei Fra­gen auf jeden Fall Rechts­rat ein­zu­ho­len, wobei er in die­sem Zusam­men­hang u. a. auch auf die DASV Deut­sche Anwalts- und Steu­er­be­ra­ter­ver­ei­ni­gung für die mit­tel­stän­di­sche Wirt­schaft e. V. – www.mittelstands-anwaelte.de — ver­wies.

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